veröffentlicht am 14.01.2019

Stadtbibliothek bietet künftig Selbstverbuchungsterminals für Kunden an

 

Verbesserter Service dank neuer Technik: Bücher ausleihen leicht gemacht

 
Als erste Bibliothek im Emsland setzt die Stadtbibliothek Lingen künftig auf ein neues Buchungssystem mittels moderner Funktechnologie. „Ab Mitte Februar können unsere Kunden die Medien, die sie ausleihen möchten, an zwei Terminals ganz bequem, schnell und einfach selbst verbuchen“, freut sich Stadtbibliotheksleiter Josef Lüken über den verbesserten Service. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte RFID-Technologie (Radio-Frequenz-Identifikation). Konkret bedeutet dies: In den Büchern und weiteren Medien sind spezielle Etiketten mit Funkchips eingeklebt, die es ermöglichen, die Medien durch elektromagnetische Wellen automatisch an den Terminals zu erkennen und zu verbuchen. „Diese Technik wird überwiegend in der Logistikbranche und im Lebensmittelbereich genutzt. Aber auch viele Bibliotheken bundesweit haben die RFID-Technik bereits eingeführt. Auch wir wollen mit der Zeit gehen und ziehen nun nach“, erklärt Lüken die Entscheidung für das neue Buchungssystem.

Terminals versprechen mehr Komfort für Bibliotheksnutzer

Und so funktioniert das neue System mit Selbstverbuchung: Im Eingangsbereich der Stadtbibliothek stehen zwei Ausleihterminals bereit. Die Terminals sind unterschiedlich hoch und damit auch barrierefrei erreichbar. Kundinnen und Kunden halten zunächst ihren bisherigen Bücherei-Ausweis (neue Ausweise sind nicht notwendig) vor das Lesefeld des Terminals, dann legen sie die Medien, die sie ausleihen möchten, dort ab. Ein Scanner erfasst die Medien automatisch. Über ein Display können die Kunden direkt nachverfolgen, welche Medien in ihrem Konto verbucht wurden. Abschließend erhalten sie einen ausgedruckten Beleg über die jeweilige Buchung.

Die Selbstverbuchungsterminals versprechen mehr Komfort für die Bibliotheksnutzer, ist sich Stadtkämmerin und Kulturdezernentin Monika Schwegmann sicher: „Die Medien müssen nicht mehr einzeln und aufwendig von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtbibliothek per Hand erfasst werden. Gerade in Stoßzeiten spart die neue Technologie Zeit und das eigentliche Ausleihen geht für die Kundinnen und Kunden deutlich schneller. Zudem ist die Handhabung der Ausleihterminals sehr kundenfreundlich.“

In der Anfangsphase der Systemumstellung steht das Team der Stadtbibliothek den Kundinnen und Kunden beratend zur Seite und gibt Hilfestellung bei der Selbstverbuchung. „Wir lassen selbstverständlich keinen mit der neuen Technik alleine. Insbesondere für unsere älteren Nutzerinnen und Nutzer ist das natürlich eine große Umstellung“, weiß Bibliotheksleiter Lüken und erklärt, dass auch manuelle Buchungen nach wie vor möglich seien. Die Befürchtung, dass durch die Selbstverbuchungsterminals der direkte Kontakt zwischen dem Bibliotheksteam und den Kunden verloren gehen könne, teilt er nicht: „Der bisherige Thekenbereich wird neu und offener gestaltet und unser Team steht selbstverständlich auch weiterhin beratend zur Verfügung. Dadurch, dass sich der Verwaltungsaufwand für uns verringert, können wir künftig sogar intensiver beraten oder die zeitlichen Freiräume für andere Projekte, wie beispielsweise die Veranstaltungsplanung, nutzen.“

Rückgabe der Medien über Bookshelves (Smartshelves)

Auch die Rückgabe der Medien erfolgt einfach und bequem: Dafür werden im Eingangsbereich der Stadtbibliothek sogenannte Bookshelves (Smartshelves) aufgestellt. In diese Regale werden die ausgeliehenen Bücher und Medien hineingestellt und von einem integrierten Scanner automatisch registriert. Ein Display zeigt an, welche Bücher zurückgegeben wurden. „Das System der Book-shelves (Smartshelves) ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet. Es bietet aber den Vorteil, dass die vom Scanner erfassten Bücher sofort wieder zur Ausleihe bereit stehen und nicht erst wieder einsortiert werden müssen. Interessierte Kunden können sich von dort aus als direkt wieder ein Buch mitnehmen“, so Lüken. Falls die Ausleihfrist überschritten wurde und Gebühren fällig sind, steht ein Bezahlautomat im Bereich der Schließfächer bereit.

Künftig ist sogar ein Rückgabeautomat an der Außenfassade der Stadtbibliothek vorgesehen. Dann wäre eine 24-Stunden-Rückgabe unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek möglich. „Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal konzentrieren wir uns auf das neue System“, fiebert Bibliotheksleiter Lüken den kommenden Wochen entgegen.

Stadtbibliothek vom 4. bis 13. Februar geschlossen

Die Vorbereitungen für die Umstellung auf die RFID-Technologie laufen bereits seit Mai vergangenen Jahres. Sämtliche Medien der Stadtbibliothek mussten mit den entsprechenden Funkchips ausgestattet werden. Anfang Februar werden nun die Terminals und Bookshelves installiert sowie der Eingangsbereich umgestaltet. Daher bleibt die Stadtbibliothek vom 4. bis zum 13. Februar 2019 geschlossen. Ab dem 14. Februar steht das neue Selbstverbuchungssystem dann für die Kundinnen und Kunden bereit.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A., o.A., o.A.