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Zeitungschronik - März 1926

4. März: „Die linksemsische Kanal-Genossenschaft hat von heute ab ihren Sitz von hier nach Meppen, Vitusstraße 1 (Fernruf 75) verlegt.“ (LV)

6. März: „Nach Anhörung der beteiligten Landesregierungen hat der Herr Oberpräsident in Hannover für das Volksbegehren „Enteignung der Fürstenvermögen“ zu Abstimmungsleitern bzw. Stellvertretern ernannt: für den 14. Stimmkreis (Weser-Ems) Regierungsdirektor Reinecke, Regierung Osnabrück, Stellvertreter: Regierungsrat von Platen, Regierung Osnabrück.“ (LV u. LW)

9. März: „Wie wir hören, hat sich der Bezirksausschuß in der Marktfrage für den „Hüttenplatz“ entschieden.“ (LV)

11. März: „Unter reger Anteilnahme der Einwohner von Lingen ist der allgemein bekannte und geachtete frühere Oberpostschaffner Penning zur letzten Ruhe bestattet worden. Der Verstorbene war Langensalzakämpfer in der Hannoverschen Armee und Mitkämpfer von 1870-71. In der Schlacht bei Gravelotte-Mars la Tour wurde er leicht und in einem Vorpostengefecht bei Beaune la Rolande durch einen Halsschuß schwer verwundet. Der Herzog Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg ließ am Grabe des Entschlafenen einen Kranz niederlegen.“ (LV u. LW)

11. März: „Zeppelin-Eckener-Spende. Gestern Abend fand hier im Nave’schen Saale eine Werbeversammlung statt. Die Beteiligung war allgemein. Alle Schichten der Bevölkerung waren vertreten. Nach kurzer Begrüßung durch Bürgermeister Gilles hielt Funkoffizier Willy Speck einen Vortrag über den „Deutschen Luftschiffbau“ und die „Amerikafahrt des ZR III“, der durch Lichtbilder erläutert wurde. Gespannt lauschten die Zuhörer dem Vortrage des Redners, der wie kaum einer dazu geeignet und berufen ist, über dieses Thema zu sprechen. Speck ist seit Jahren mit dem Werke Zeppelins eng verbunden, auch hat er im vorigen als erster Funkoffizier die kühne Amerikafahrt des ZR III mitgemacht. Die interessanten und von köstlichem Humor gewürzten Ausführungen, besonders die persönlichen Erlebnisse in Amerika, wurden mit großem Beifall aufgenommen. Möge der Vortrag seinen Zweck erfüllen und das Interesse für die Zeppelin-Eckener-Spende fördern, damit die heute einsetzende Haussammlung ein glänzendes Ergebnis zeitige. (…).“ (LV u. LW)

13. März: „Das Ergebnis der Revision der Zeppelin-Eckener-Spende durch die Wohlfahrts-Polizei. Der Reichsausschuß für die Zeppelin-Eckener-Spende hat auf Grund der in gewissen Sensationsblättern gegen ihn erhobenen Anschuldigungen beim Berliner Polizeipräsidium eine gründliche Überprüfung seines gesamten Betriebes beantragt. Diese ist in einer mehrtägigen Revision durch sachverständige Beamte der Wohlfahrtspolizei erfolgt, und das Ergebnis dieser Arbeit ist dem Preußischen Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege durch das Polizeipräsidium unterbreitet worden. Der Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege hat darauf mit einem Bescheid vom 24. Februar ds. Js. – (…) – dem Reichsausschuß folgendes mitgeteilt: 1. Die Revision hat einen Unkostensatz von rund 8,7 % der Spendeneingänge ergeben. Der Staatskommissar stellt fest, daß dieser Betrag das Maß des Üblichen und Angemessenen nicht überschreite. 2. Der Herr Staatskommissar erklärt, daß die Anstellung provisionsberechtigter Werbeorganisatoren und Werber nicht grundsätzlich zu verwerfen sei. Eine Durchführung größerer Sammlungen lediglich mit ehrenamtlichen Kräften sei unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht möglich. Die Form einer prozentualen Beteiligung am Sammlungsertrage hat aber den Vorteil, daß sie einen stärkeren Anreiz (…) gebe. Der vom Reichsausschuß seinen Werbeorganisatoren bewilligte Satz von 10 bis 12% der durch ihre Tätigkeit eingegangenen Spenden, von denen noch die Vergütungen an die einzelnen Sammler zu zahlen waren, sei nicht als zu hoch anzusehen. (…). 3. Was die gegen den Leiter der Spende in einer gewissen Skandalpresse erhobenen persönlichen Vorwürfe anbelangt, so erklärt der Herr Staatskommissar, daß er sich von deren Hinfälligkeit überzeugt habe. Der Reichsausschuß stellt danach fest, daß der Herr Staatskommissar den entstandenen Unkostensatz für angemessen erklärt, die Verwendung provisionsberechtigter Werber als unvermeidlich anerkennt, den Werbeorganisatoren bewilligten Satz von 10 bis 12% nicht zu hoch befindet und daß er sich von der Hinfälligkeit der gegen den Leiter der Spende erhobenen persönlichen Vorwürfe überzeugt hat. Damit sind die gesamten in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe gegen den Reichsausschuß restlos zusammengebrochen. Die gerichtlichen Schritte gegen die Urheber der gegen den Ausschuß gerichteten Verleumdungen gehen natürlich weiter.“ (LV u. LW)

20. März: „In der gestrigen Bürgervorstehersitzung gab vor Eintritt in die Tagesordnung der Bürgermeister bekannt, daß die Unkosten für den beabsichtigten Flugtag sich erheblich höher beliefen, als anfänglich angenommen wurde. Dieselben betragen etwa 1400 Mk. Das Kollegium beschloß daher einstimmig, einen Flugtag nicht abzuhalten. Damit dürfte die beabsichtigte Zeichnung einer Aktie von 500 Mk. für die Flugverkehrsgesellschaft in Osnabrück, die aus dem Erlöse des Flugtages gedeckt werden sollte, auch in Fortfall kommen. (…).“ (LV)

20. März: „Stellungnahme des B. V. Kollegiums zu dem Beschlusse des Bezirksausschusses betr. Zentralviehmarktplatz. Bekanntlich hat der Bezirksausschuß in Osnabrück sich für den Hüttenplatz (…) entschieden. (…). Gegen diesen Beschluß des Bezirksausschusses kann das Kollegium von dem Rechtsmittel der Berufung an den Provinzialrat in Hannover Gebrauch machen. (…). Es wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus den B. V. Löning, van Acken, Müscher, welche eine Berufungsschrift des Bezirksausschusses ausarbeiten und diese der nächsten B. V. Sitzung vorlegen soll. Diese Berufungsschrift wird dann an den Provinzialrat in Hannover als letzte Instanz weitergeleitet.“ (LV)

23. März: „Doch Flugtag in Lingen. Sonnabend nachmittag weilte der Flugzeugführer und Kunstflieger Tiling aus Osnabrück hier, um das Gelände auf der Kuhweide, welches für den Flugtag ausersehen war, auszuprobieren. (…). Herr Tiling kam im Auftrage der Fliegersport GmbH Osnabrück, um nochmals mit der Kommission wegen des am 18. April hier abzuhaltenden Flugtages zu verhandeln, da in der Bürgervorsteher-Sitzung am Donnerstag die Abhaltung desselben wegen der hohen Unkosten (ca. 1400 Mark) abgelehnt worden war. Die Fliegersport GmbH will aus Propagandazwecken und im Interesse des deutschen Flugwesens das kaufm. Moment ausnahmsweise ausschalten und hat sich sehr entgegenkommend gezeigt. Die Kommission hat sich mit ihr (…) dahin geeinigt, daß die Stadt nur die baren Auslagen für Hin- und Herflug von 2 Sportflugzeugen, den Betriebsstoff für die Kunstflüge und die Reklame übernimmt, sodaß die Unkosten etwa um die Hälfte reduziert werden. (…).“ (LV)

23. März: „Das Volksbegehren in der Frage der Fürstenabfindung ist im Kreise Lingen von 1144 Personen unterzeichnet worden. In 21 Orten sind überhaupt keine Eintragungen erfolgt. (…).“ (LV u. LW)

Aus dem Lingener Volksboten (LV) und dem Lingenschen Wochenblatt (LW). Die Zeitungen sind einsehbar im Stadtarchiv Lingen, Baccumer Str. 22, 49808 Lingen (Ems). www.lingen.de/stadtarchiv 



Artikeldatum: 4. März 2026
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