Auf Antrag der FDP-Fraktion hat der Kulturausschuss am 27. September 2022 beschlossen, alle Lingener Straßennamen, die Personennamen tragen, auf ihre NS-Vergangenheit zu überprüfen. Es handelt sich um Straßen, die nach Personen benannt wurden, deren Lebensdaten mit der NS-Zeit von 1933 bis 1945 eine zeitliche Schnittmenge besitzen. Personen mit Geburtsdaten ab 1. Januar 1929 waren nicht zu beachten. Entsprechend des Antrags sollten die Personennamen anhand eines erstellten Kriterienkatalogs auf ihre Belastung untersucht werden.
Für die Straßen der Innenstadt bildete der Kulturausschuss zur Überprüfung einen Arbeitskreis mit Vertreter*innen aller Fraktionen. Auf Grundlage des vom Stadtarchiv zu jedem Personennamen erstellten Dossiers wurden der geschichtliche Hintergrund und das Handeln der Personen differenziert analysiert.
Nach umfassenden Beratungen beschloss der Rat, das die Sauerbruchstraße in Julius-Moses-Straße umbenannt werden soll. Die feierliche Enthüllung des Straßenschildes erfolgte Mitte 2026 im Beisein einiger Familienmitglieder von Julius-Moses.
Mit der Neubenennung haben die betroffenen AnwohnerInnen eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, in der der alte Straßenname seine Gültigkeit behält. Erst danach müssen die Adressangaben im Personalausweis, in Kfz-Papieren und in Verträgen geändert worden sein.
Die Beratungen in den Ortsteilen laufen derzeit.
Den Kriterienkatalog und die Dossiers zu den einzelnen Straßennamen (in alphabetischer Reihenfolge) finden Interessierte hier:
Kriterienkatalog zur Einstufung der Personennamen
Dossiers zu den Namensgebern der Straßen in der Lingener Innenstadt
Dossiers zu den Namensgebern der Straßen in den Lingener Ortsteilen