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Stadtwerke und RWE schmieden Wärmebündnis für Lingen

Die Stadtwerke Lingen und der Energieerzeuger RWE Generation planen, in Lingen gemeinsam eine Fernwärmeversorgung aufzubauen. Dabei wird RWE Wärme aus ihrem Gaskraftwerk Emsland in Lingen bereitstellen. Die Stadtwerke Lingen übernehmen die Wärmeverteilung und das Endkundengeschäft. Beide Partner haben heute eine Absichtserklärung unterzeichnet, um das geplante „Wärmebündnis für Lingen“ auf eine vertragliche Grundlage zu heben. Geplant ist ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro für die kommenden 10 Jahre.

Die Stadtwerke Lingen sind seit 2004 im Geschäftsbereich Wärme aktiv. Dies beinhaltete bislang überwiegend kleinere Energieliefer-Modelle im Wohnbaubereich, sowie den Betrieb verschiedener kleiner Blockheizkraftwerke (BHKW). Seit 2012 versorgen die Stadtwerke über ein Fernwärmenetz ihre Kunden im Emsauenpark.

RWE Generation betreibt in Lingen das Gaskraftwerk Emsland mit zwei Kombi-Blöcken, die 2011 auf den neuesten technischen Stand gebracht wurden. Das 2010 angebaute Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) wird noch in diesem Jahr modernisiert. Dadurch produziert RWE in Lingen mit hocheffizienten Anlagen Strom und stellt im Zuge der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung zusätzlich „KWK-Wärme“ bereit - eine Art Abwärme aus dem Verstromungsprozess im Kraftwerk.

RWE und die Stadtwerke Lingen sehen sehr gute Voraussetzungen für die Umsetzung ihres Fernwärmeprojekts: So sollen in der Lingener Innenstadt neue Wohnquartiere entstehen, die ein stetiges Wachsen des Fernwärmenetzes ermöglichen. Für 2023 ist geplant, die Emslandhallen an das neue Fernwärmenetz anzubinden. Von dort aus sollen weitere Wärmekunden erschlossen werden. Zudem zeichnet sich ein steigender Wärmebedarf im IndustriePark Lingen ab. Der Zeitpunkt für eine Fernwärmeanbindung des IndustrieParks Lingen erscheint daher günstig. Der erste Kunde soll voraussichtlich Mitte 2022 an das neue Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Der Ausbau der Fernwärmeversorgung in Lingen schafft darüber hinaus die Voraussetzungen, um künftig regenerativ erzeugte Abwärme großtechnisch für viele Endkunden zugänglich zu machen. Denn RWE plant in Lingen die großtechnische Erzeugung von grünem Wasserstoff mit Elektrolyseuren. Die in diesen Anlagen entstehende Abwärme kann ebenfalls dem Fernwärmekreislauf zugeführt werden.

Flankiert wird dieses Vorhaben von Überlegungen der Stadtwerke Lingen, grünen Wasserstoff über eine spezielle Wasserstofftankstelle für Bürger sowie für den öffentlichen Nahverkehr verfügbar zu machen.

Der Klimaschutz, insbesondere durch die Einsparung von CO2, stellt eine globale Herausforderung dar und ist ein zentrales Element der Energiewende in Deutschland. Dabei rückt der Fokus zunehmend auf den Wärmemarkt, der hierzulande noch vor Strom oder Verkehr den größten Energiesektor darstellt. Für das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung sind daher innovative Wärmeversorgungskonzepte und Wärmenetze, wie sie RWE und die Stadtwerke Lingen jetzt auf den Weg bringen, unverzichtbar.

Hans-Martin Gall, Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen: „Wärme muss künftig günstig und jederzeit verfügbar sein und muss so CO2-arm wie möglich erzeugt werden. Die geplante Verteilung von KWK-Wärme über ein neues Fernwärmenetz erfüllt die modernsten Ansprüche an Klimaschutz, Komfort und Sicherheit und stärkt die Wertschöpfung in Lingen.“

Hartmut Frank, der Leiter des RWE Gaskraftwerkes Emsland, erläutert: „Durch unsere Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Lingen steigern wir den Wirkungsgrad unserer Kraftwerksanlagen, indem wir Abwärme aus dem Kraftwerksprozess für Bürger und Unternehmen nutzbar machen. Das spart natürliche Ressourcen und schont so Umwelt und Klima.“



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