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Zeitungschronik - September 1926

4. Sept.: „Herr Direktor Conradi aus Glückstadt wurde nach hier verlegt an Stelle des verstorbenen Strafanstaltsdirektors Thun.“ (LV u. LW)

4. Sept.: „Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß unberechtigte Personen Nothelferausweise eingezogen haben. Da eine allgemeine Einziehung der Nothelferausweise gegenwärtig überhaupt nicht vorgenommen wird, kann es sich nur um Schwindler handeln, die es auf eine Schädigung der betreffenden Nothelfer oder der Technischen Nothilfe abgesehen haben. […]. (LV u. LW)

7. Sept.: „Plenarversammlung der städtischen Kollegien […]. Die städtischen Körperschaften sind nach bestem Können bestrebt, die städtische höhere Mädchenschule zum Lyzeum auszubauen und bitten, eine sofortige Umwandlung derselben nicht zu verlangen. Im übrigen schließen sich die städtischen Körperschaften den gefaßten Beschlüssen des Elternbeirats und des Kuratoriums der städtischen höheren Mädchenschule an. Im Anschluß daran bemerkte der Vorsitzende, daß kürzlich ein höherer Beamter der Regierung die Schule eingehend besichtigt und geprüft habe. Der Beamte habe ihm seine vollste Zufriedenheit über die Leistungen der Schule ausgedrückt und besonders die Tätigkeit der Schulvorsteherin Eylert lobend erwähnt.“ (LV u. LW)

7. Sept.: „Plenarversammlung der städtischen Kollegien […]. Die seit Jahren an der katholischen Volksschule bestehende Haushaltungsschule sollte schon seit längerer Zeit in städtische Regie übernommen werden. Die Absicht scheiterte bislang an der Lokalfrage. Da nun in Bälde die frühere Mädchenschule in der Hafenstraße frei werden dürfte, so will man jetzt der Verwirklichung dieses Planes näher treten.“ (LV u. LW)

9. Sept.: „Das 68. Stiftungsfest des Männer-Turnvereins Lingen nahm einen glänzenden Verlauf. 5 Turnern wurden vom Vorsitzenden, Lehrer Janßen, Urkunden für 25jährige treue Mitgliedschaft überreicht. Die Wettkämpfe wurden auf der Wilhelmshöhe ausgefochten. Zum Schauturnen hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, welche mit großem Interesse und lebhaftem Beifall die exakten Freiübungen verfolgten. […].“ (LV u. LW)

9. Sept.: „Am vergangenen Sonntag wurde Unter den Linden eine auf dem Rade fahrende junge Dame von einem Motorrade überfahren. Die Ursache des Zusammenstoßes ist darin zu erblicken, daß die Radfahrerin sich nicht klar darüber gewesen ist, daß man in jedem Falle rechts auszuweichen und links zu überholen hat. Es muß allerdings zugegeben werden, daß das hinter ihr herkommende Auto und das ihr entgegenkommende Motorrad sie in Verwirrung bringen konnte. Abgesehen von dem völlig ruinierten Fahrrade kamen die Beteiligten mit dem Schrecken davon. Ohne sich um die Überfahrene zu kümmern, setzte der Motorradfahrer seine Maschine in Gang und fuhr mit seinem Sozius davon. Es erregte bei den Augenzeugen allgemein Unwillen, daß der Motorradfahrer sich so wenig taktvoll benahm.“ (LW)

16. Sept.: „Beim herrlichsten Sportwetter fanden hier am Sonnabend auf der Wilhelmshöhe die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe statt. An denselben beteiligten sich außer den Stadtschulen auch 15 Schulen des Kreises. […].“ (LV u. LW)

18. Sept.: „Heute feiern die Eheleute Clemens Berling und Caroline Berling geb. Lügering das sehr seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 85. und die Jubilarin im 82. Lebensjahre, erfreuen sich aber einer geistigen und körperlichen Rüstigkeit. […]. Es handelt sich bei dem Jubelpaar um die Eltern des Herrn Oberwachtmeisters Berling an der Strafanstalt in Lingen. […].“ (LV)

21. Sept.: „Unter dem Vorsitze des Freiherrn von Landsberg-Dankern hielt Sonntag der Emsländische Reiterverband, dem 13 Reitervereine angehören, in Meppen eine Gründungsversammlung ab. Die in früheren Versammlungen vorberatenen Statuten wurden einstimmig genehmigt. Danach führt der Verband den Namen Emsländischer Reiterverband e. V., hat seinen Sitz in Meppen und soll in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Meppen eingetragen werden. Das Verbandsgebiet umfaßt die Kreise Aschendorf, Bentheim, Hümmling, Lingen und Meppen. […].“ (LV)

23. Sept.: „Plenarversammlung der städtischen Kollegien […]. Beschlussfassung über Instandsetzung des Schulgebäudes der höheren Mädchenschule. Die Angelegenheit wurde durchberaten und beschlossen, die Arbeiten zur Erhaltung des Schulgebäudes der höheren Mädchenschule nach dem Vorschlage durch die Firma Grastorf in Hannover ausführen zu lassen, unter der Bedingung, daß soweit als möglich bei den Arbeiten hiesige Handwerker und Arbeiter beschäftigt werden müssen. Die etwa 13.000 Mk. betragenden Kosten wurden bewilligt und sollen durch eine aufzunehmende Anleihe gedeckt weren.“ (LV)

23. Sept.: „Plenarversammlung der städtischen Kollegien […]. Es wurde beschlossen, die Notstandsarbeiten auf der Kuhweide nach dem vorgetragenen Plane ausführen zu lassen. Die Mittel im Betrage von 10.000 Mk. wurden bewilligt und sollen durch eine aufzunehmende Anleihe gedeckt werden. Die Kuhweide soll planiert und mit Gras eingesät werden. Ferner ist beabsichtigt, dieselbe späterhin zu sportlichen Zwecken und im Winter insbesondere als Eisbahn zu benutzen.“ (LV)

23. Sept.: „Die Nachrichten, die über die in Hannover herrschende schwere Typhusepidemie in die Tagespresse gelangen, haben naturgemäß auch zu einer gewissen Beunruhigung der Bevölkerung des hiesigen Regierungsbezirks geführt. Zu einer solchen liegt ein Anlaß bisher nicht vor. Es muß allerdings damit gerechnet werden, daß, wie dies auch bereits in zwei Fällen geschehen ist, einzelne in Hannover oder dessen nähere Umgebung mit Typhus angesteckten Personen in den hiesigen Bezirk reisen und hier erst in erkennbarer Weise erkranken. Es empfiehlt sich deshalb, daß alle aus Hannover seit 3 Wochen ausgereisten Personen sich 3 Wochen lang genau beobachten, ob irgend welche Störungen ihres Befindens eintreten, und bei jeder derartigen Störung sich sofort ärztlich untersuchen lassen; daß sie ferner jede Möglichkeit der Störung der Tätigkeit der Verdauungsorgane weitgehend vermeiden.“ (LV u. LW)

28. Sept.: „Theaterzweckverband des Emslandes! Unter diesem Namen beabsichtigt der auch hier bestens bekannte Schriftsteller Martin Elbers (Verfasser des „Wittekind“ Ahlde) eine Theatervereinigung der Emsstädte in’s Leben zu rufen. […]. Die Mitglieder des Zweckverbandes sollen aus allen Schichten der Bevölkerung kommen und muß jedes Mitglied sich zum Besuch von 12 Vorstellungen im Laufe des Winters verpflichten. Die Preise solle aber so mäßig gehalten sein, daß alle Frende eines guten Theaters sich den Besuch der Vorstellungen leisten können. In allernächster Zeit veranstaltet Martin Elbers zwei große Werbevorstellungen […]. Für diese beiden Abende sind auch die Herren Bürgermeister und andere maßgebende Herren der umliegenden Städte eingeladen.“ (LV u. LW)

Aus dem Lingener Volksboten (LV) und dem Lingenschen Wochenblatt (LW). Die Zeitungen sind einsehbar im Stadtarchiv Lingen, Baccumer Str. 22, 49808 Lingen (Ems). www.stadtarchiv-lingen.de



Artikeldatum: 1. September 2026
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