Am 24. Februar jährt sich der Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zum vierten Mal. Aus diesem Anlass setzt die Stadt Lingen (Ems) bereits heute (23. Februar) ein sichtbares Zeichen der Solidarität: Vor dem Neuen Rathaus sind die Flaggen gehisst. Damit erinnert die Stadt an die Opfer des Krieges und bekundet ihre anhaltende Verbundenheit mit der ukrainischen Bevölkerung – insbesondere mit Lingens Partnerstadt Lanivtsi.
„Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges stehen wir in Lingen weiterhin fest an der Seite unserer ukrainischen Freundinnen und Freunde – insbesondere unserer Partnerstadt Lanivtsi. Unsere Solidarität ist kein symbolischer Akt, sondern gelebte Verantwortung: durch konkrete Hilfe, durch persönliche Begegnungen und durch den festen Willen, diese Städtepartnerschaft auch in schweren Zeiten mit Leben zu füllen“, so Oberbürgermeister Dieter Krone.
Lanivtsi ist weiterhin stark von den Folgen des Krieges betroffen. Zwar gilt die Sicherheitslage im Westen der Ukraine im Vergleich zu anderen Regionen als vergleichsweise stabil, dennoch kommt es auch dort regelmäßig zu Luftalarm infolge von Raketen- und Drohnenangriffen. Nahezu jede Familie ist vom Krieg betroffen. Besonders für Kinder bedeutet das eine enorme psychische Belastung.
Gerade in den Wintermonaten verschärft sich die Lage zusätzlich: Wiederkehrende Stromausfälle treffen die Menschen hart, während die Temperaturen in Lanivtsi auf bis zu minus 20 Grad Celsius sinken können.
Die Stadt Lingen unterstützt ihre Partnerstadt kontinuierlich. Über ein Förderprojekt wurde eine Solaranlage für das Krankenhaus in Lanivtsi finanziert, die eine unabhängige Energieversorgung vom ukrainischen Strom- und Gasnetz ermöglicht. Darüber hinaus konnten zahlreiche Hilfsgüter aus Lingen bereitgestellt werden – darunter Notstromaggregate, ein Sammelfahrzeug für die Müllabfuhr, ein Transport- und Krankenwagen sowie Dieselheizkanonen.
Auch der Freundeskreis der Ukrainefahrer engagiert sich seit über 30 Jahren für humanitäre Hilfe in der Westukraine und unterstützt die Städtepartnerschaft mit regelmäßigen Hilfstransporten. Mehr als 50 Transporte mit medizinischer Ausstattung, Baumaterialien und Spielzeug für Kinder haben seit Kriegsbeginn das Krisengebiet erreicht.
Um insbesondere Kindern und Jugendlichen eine kurze Auszeit vom Kriegsalltag zu ermöglichen, hat die Stadt Lingen bereits mehrfach Gruppen aus Lanivtsi eingeladen – darunter Fußballmannschaften sowie ein Kinder- und Jugendorchester. Auch beim traditionellen Pfingstturnier der E-Jugend wird in diesem Jahr wieder eine Mannschaft aus Lanivtsi teilnehmen.
„Diese Besuche laden unsere emotionalen Akkus auf. Wir zehren lange von den Erfahrungen, die wir hier in Lingen machen. Gerade für die Kinder sind ein paar unbeschwerte Tage so wertvoll“, sagt Anja Usik. Sie ist Bürgermeisterin einer Nachbargemeinde von Lanivtsi und begleitet viele Besuche in Lingen als Dolmetscherin.
Wer sich über die aktuelle Lage in der Westukraine informieren möchte, ist herzlich zur Informationsveranstaltung des Freundeskreises der Ukrainefahrer eingeladen. Diese findet am 5. März um 18:30 Uhr in der Halle IV, Kaiserstraße 10A, in Lingen statt. Der Eintritt ist frei.