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Lingener Kunstpreis 2026: Ishmat Habib (Codex) – 19. September 2026 bis 10. Januar 2027

Eröffnung und Preisverleihung am Freitag, 18. September 2026 um 19 Uhr

Bereits zum 27.Mal wird der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstler*innen, die im Medium Malerei arbeiten, bisherige Preisträger*innen waren u.a. Georgia Gardner Gray (2018), Helen Feifel (2020) und Robel Temesgen (2022). Cudelice Brazelton IV erhielt ihn im Jahr 2024.  Zwölf Persönlichkeiten aus der Kunstwelt, darunter der Träger des Lingener Kunstpreises 2024, Künstler*innen, Kunstkritiker*innen, Museumsdirektor*innen und Kurator*innen, wurden gebeten, jeweils zwei Vorschläge einzureichen. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Freundeskreises des Lingner Kunstpreises Peter Leuschner, Christa Ertz und Marita Kamp und sowie Dr. Peter Kruska (Direktor der Stadtgalerie Kiel), Dr. Marianne Wagner (Kuratorin am LWL Museum Münster) und Meike Behm (Direktorin, Kunsthalle Lingen), kam einstimmig zu dem Ergebnis, dass der Preis in diesem Jahr an den aus Indonesien stammenden Künstler Ishmat Habib verliehen werden soll. Als Gast nahmen die Kulturdezernentin der Stadt Lingen (Ems) Monika Schwegmann und die Sprecherin des Freundeskreises des Lingner Kunstpreis Anne Höltermann teil.

Die Auszeichnung ist mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Lingen verbunden, die am Freitag, den 18. September 2026 um 19 Uhr eröffnet wird, sowie mit der Veröffentlichung eines Katalogs. Die Kunsthalle Lingen ist stolz darauf, die erste institutionelle Einzelausstellung mit Werken von Ishmat Habib zu präsentieren.

In seinen Werken veranschaulicht Ishmat Habib eine zeitgenössische Interpretation der javanischen Philosophie, mit der er aufgewachsen ist. Von der Insel Java stammt diese Denktradition und ist tief in kulturellen Werten verwurzelt, die auf Harmonie, Respekt und Ausgeglichenheit im täglichen Leben abzielen. Sie betont den Umgang miteinander, Selbstreflexion und das Einhalten sozialer Normen, um ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten.  Diese über Generationen hinweg mündlich überlieferten Erzählungen existieren jenseits eines materiellen Mediums wie dem Buch. Habib geht es dabei nicht darum, diese Philosophie zu rechtfertigen oder zu rationalisieren, sondern darum, seine persönliche Faszination für ihre Inhalte sichtbar zu machen. Daraus ergibt sich, dass die Betrachter*innen eingeladen werden, sich mit den eigenen spirituellen Wurzeln auseinanderzusetzen, die möglicherweise noch tief in einem verborgen liegen. Natur rückt bei seinen gestisch starken und buntfarbigen Arbeiten immer wieder in den Fokus, ihre Kräfte und Wesen erscheinen beinahe figürlich. Ausgehend von der Natur reflektiert Ishmat Habib unter anderem Machtverhältnisse, Migrationspolitik sowie die Zerstörung der Natur, sowohl auf physischer als auch auf spiritueller Ebene. Der Künstler setzt auf ein intuitives, allegorisches Erzählen und arbeitet überwiegend mit Öl auf Leinwand auf unterschiedlichen Formaten.

Ishmat Habib, geboren 1998 in Bantul, Indonesien, lebt in Berlin. Sein Studium schloss er 2023 an der Hochschule für Bildende Künste, Städelschule in Frankfurt am Main als Meisterschüler in der Klasse von Prof. Willem de Rooij ab. Zuvor studierte er von 2017 bis 2021 am Indonesia Institute of Arts in Yogyakarta und absolvierte im selben Zeitraum ein Semester an der Akademie der bildenden Künste in Prag. Der Künstler nahm an Gruppenausstellungen teil, u.a. im Ostpark in Frankfurt am Main 2024, in der Nationals Gallery in Prag 2022, bei der 7th Square Foot Show in Illinois und 2017 im Jogja National Museum in Yogyakarta. Darüber hinaus wurde Ishmat Habib mit mehreren Auszeichnungen geehrt, darunter dem Deutschlandstipendium für 2022/2023.

Die Ausstellung und der Katalog werden durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreis ermöglicht. Die Preissumme wird von Anne und Hermann Klaas zur Verfügung gestellt.



Artikeldatum: 17. September 2026
Fotos v.o.n.u.: © Kunsthalle Lingen, © Kunsthalle Lingen