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Grenzen überwinden, Synergien nutzen: Wasserstoff-Konferenz in Lingen setzt Impulse für grenzüberschreitenden Markthochlauf

Impressionen der Konferenz
Impressionen der Konferenz
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Impressionen der Konferenz

Über 160 Expertinnen und Experten aus Industrie, Politik und Wissenschaft versammelten sich vergangene Woche im IT-Zentrum Lingen zur fünften Hydrogen Cross Border Conference (HCBC). Im Fokus der Fachblöcke standen die drängendsten Fragen des Markthochlaufs: die Überwindung der wirtschaftlichen Preislücke („Price Gap“), der Aufbau grenzüberschreitender Wertschöpfungsketten sowie die Sicherung hochqualifizierter Fachkräfte. Innovative Ansätze wie die Digestat- und Salzelektrolyse sowie praxisnahe Geschäftsmodelle für den Mittelstand verdeutlichten, dass die technologische Reife vorhanden ist, um die Energiewende in die industrielle Fläche zu tragen. 

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone eröffnete die Konferenz und schlug dabei eine Brücke von der jahrhundertelangen Tradition zur modernen Energiepolitik. Er ging insbesondere auf die historische Verbundenheit zu den Nachbarn ein: „Die Stadt Lingen (Ems) hat bereits seit der Zeit der Oranier eine enge Verbindung mit den Niederlanden. Diese Verbindung hat sogar die Architektur unserer Stadt geprägt – wie man am Treppengiebel des historischen Rathauses sehen kann. Und sie prägt bis heute das Miteinander zwischen Menschen, Industrien und Netzwerken. Vor allem beim Wasserstoffhochlauf ist dieses Thema von fundamentaler Bedeutung.“   

Dass diese Zusammenarbeit der Schüssel zum Erfolg ist, wurde in allen Diskussionsrunden deutlich. Gerade in Zeiten von Marktunsicherheiten dient das Emsland als Vorbild für konkretes Handeln und Umsetzungsstärke, von dem Partner auf beiden Seiten der Grenze profitieren können.  

Auch für den Landkreis Emsland markierte die Konferenz ein Heimspiel einer langjährigen Strategie. Erster Kreisrat Martin Gerenkamp erinnerte daran, dass man mit der H2-Region Emsland bereits vor Jahren den Grundstein für die heutige Zusammenarbeit gelegt habe: „Umso mehr freuen wir uns, dass die fünfte Hydrogen Cross Border Conference heute in Lingen angekommen ist.“ Er betonte die Bedeutung verlässlicher Nachbarschaften in wirtschaftlich wie politisch herausfordernden Zeiten. 

Bereits am Vortag war der Konferenz ein „Maritime Special“ in Haren (Ems) vorausgegangen. Rund 75 Gäste kamen in der besonderen Atmosphäre eines Schiffes zusammen, um über die Dekarbonisierung der Schifffahrt zu diskutieren. Eine zentrale Erkenntnis: Wasserstoff hat nur dann eine ökonomische Zukunft, wenn die gesamte Kette von der Produktion über den Transport bis zur Speicherung systemisch optimiert wird, um wettbewerbsfähige Preise zu erzielen. 

Das Fazit der Teilnehmenden war eindeutig: Während die Technologie bereitsteht, entscheidet sich der endgültige Durchbruch an der systemischen Optimierung der Wasserstoffwirtschaft – und an der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, die diese Transformation vor Ort umsetzen. Zum Abschluss der Konferenz betonte das Organisationsteam die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung: „Es ist entscheidend, dass wir die verschiedenen Teile der Wertschöpfungskette – von der maritimen Logistik bis zur industriellen Anwendung – nahtlos miteinander verbinden, um die Nutzung von Wasserstoff auf breiter Front voranzutreiben“, so der Tenor des Organisationsteams der HCBC (H2-Region Emsland, H2-Ostfriesland, Landkreis Aurich, MARIKO GmbH, FME, OLEC e.V. und New Energy Coalition). 



Artikeldatum: 20. März 2026
Fotos v.o.n.u.: Energy Hub Emsland, Energy Hub Emsland, Energy Hub Emsland, Energy Hub Emsland, Energy Hub Emsland, Energy Hub Emsland