Wie in Baccum und Bramsche reichen die frühesten Siedlungsspuren im Gebiet Darme bis in die Steinzeit zurück. Erstmals erwähnt wird Darme 1302, als der Famulus Matheus de Thune dem Kloster Wietmarschen für 29 Mark sein Erbe „Sudendorpe“ (später Heitel) verkaufte, das „in villa dicta Dermen“ lag. Darme, unterteilt in Niederdarme im Westen und Hohendarme im Osten, gehörte trotz seiner Lage östlich der Ems zum Kirchspiel Schepsdorf und zum Bistum Münster.
Das adelige Gut Haneken in Niederdarme war ursprünglich ein Sundern im Besitz der Grafen von Bentheim. Diese verkauften es 1320 an den Ritter Johann von Langen. Beschrieben wird es dabei als großes und kleines Haus in „Hanikena“ mit dem zugehörigen Sundern, mit Wäldern, einer Mühle und Fischereirechten. Die Familie von Langen errichtete hier bald darauf eine Burg. Auf einer Karte von 1645 ist von dieser Burg allerdings nur noch die Gräfte zu sehen. Die Grenze der Fischereirechte des Hauses Haneken markierte der sogenannte Ikenstein („Eckstein“) oder Fischstein, ein seit dem 15. Jahrhundert belegter Findling auf der anderen Seite der Ems.
Noch in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verlief die Ems so nahe an Lingen vorbei, dass Überschwemmungen drohten. In Absprache mit den Münsterschen wurde deshalb bei Darme ein Durchstich vorgenommen und der Ems so ein neues Bett gegeben, das näher bei Schepsdorf lag. Doch das neue Bett versandete bald, und nach einem Hochwasser 1546 suchte sich die Ems einen neuen Weg. Das Bett wurde daraufhin vertieft, sodass die Ems hierhin zurückfand. Die vormals westlich der Ems gelegenen Gebiete – etwa ein Großteil von Reuschberge und wohl auch der Möddelhof – blieben jedoch münsterisch und gehörten damit zu Darme. Die Fehrstation wurde zur neuen Ems und damit auf münsterisches Gebiet verlegt, verblieb aber als Enklave in Lingener Hand.
Nach den „Bischofsjahren“ 1672/74 setzen die im Lingenschen nun wieder herrschenden Oranier die Reformation konsequent durch. Im März 1675 wurde katholischen Geistlichen der Aufenthalt im Lingener Land untersagt. In Darme entstanden derweil katholische Notkirchen. So besuchten die Lingener Katholiken eine als Kirche eingerichtete Scheune auf dem Möddelhof, die Thuiner und Baccumer Katholiken eine weitere auf dem Lükenhof. Heidenreich Stodtbrock, vormals katholischer Erzpriester in Lingen, war bereits 1662 nach Darme geflohen, bis ihn der Bischof von Münster 1667 mit der Schepsdorfer Pfarrei betraute. In dieser Phase lässt sich auch die Darmer Kapelle erstmals belegen. Hier findet sich ein Wappenstein von Isabella Clara Eugenia, Stadthalterin der spanischen Niederlande, und ihrem Mann Albrecht VII. Diese hatten Lingen seinerzeit katholisch beherrscht, und so diente ihr Wappen später als ein Symbol des katholischen Widerstandes gegen die reformierten Oranier.
Im 19. Jahrhundetr litt Darme unter ähnlichen ökologischen Problemen wie Bramsche und Schepsdorf. Plaggenhieb und Überweidung hatten zu einer Versandung weiter Flächen geführt. Das änderte sich erst allmählich mit einer weiträumigen Aufforstung. Um die Ems schiffbar zu machen, wurde 1824 bei Haneken ein Wehr angelegt und in der Folge der Ems-Hase-Kanal ausgehoben. Das Gut Haneken durchschnitt er dabei in gerader Linie. Das ursprünglich hölzerne Wehr in Hanekenfähr wurde 1877 durch ein neues Wehr aus Beton und Stein ersetzt. Dafür wurden auch die Megalithgräber in Gleesen und Rottum geplündert. Begonnen 1871 von französischen Kriegsgefangenen wurde bis 1904 zwischen Hanekenfähr und Nordhorn der Ems-Vechte-Kanal angelegt. Auch der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1856 prägte die Landschaft.
Bei den Reichstagswahlen im November 1932 holte die NSDAP in Darme 11,8%, nach Brögbern das höchste Ergebnis unter den späteren Ortsteilen. Bürgermeister Bernhard Lohmann (ab 1937 NSDAP, ab 1939 mit Parteiamt) wurde 1934 vom NS-Landrat bestätigt. Sein Beigeordneter August Spratte, Leiter der Darmer Volksschule, war bereits 1933 in die NSDAP eingetreten. 1936 bekam seine Schule die Erlaubnis zum Hissen der HJ-Fahne. In Reuschberge waren derweil auf Darmer Grund die Scharnhorst- und die Walter-Flex-Kaserne errichtet worden. Das Gebiet wurde 1936 nach Lingen umgemeindet. 1941 wurde ein Gebäude auf dem Heidhof zum Kriegsgefangenenlager umgebaut und bald darauf mit Franzosen belegt. Angesichts der vorrückenden Front sprengten die Deutschen am 7. April 1945 die Eisenbahnbrücke in Hanekenfähr, die Briten ersetzten sie zügig durch eine Pontonbrücke und konnten so in Darme einziehen.
Nach dem Krieg stiegen die Bevölkerungszahlen rasch an. Hatten sich die Katholiken bisher nach Schepsdorf orientiert, bekamen sie 1959 die Christ-König-Kirche, die 1971 zur Pfarrkirche erhoben wurde. Die Lutheraner hingegen konnten ab 1958 die Johanneskirche besuchen. Ende der 1950er Jahre kaufte VEW den Hof Rekkert und verschiedene Ländereien, um dort ein Elektrizitätswerk zu errichten. War zunächst von einem Kohle-, Öl- und Gaskraftwerk die Rede, zielten die Planungen schließlich auf ein Kernkraftwerk. Während die Darmer Schulchronik „Skepsis und Besorgnis“ in der Bevölkerung feststellte, begrüßte die Politik angesichts der zahlreichen neuen Arbeitsplätze das Projekt. Das 1968 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Lingen und der in der Folge entstandene Industriepark Süd begründeten eine rasante wirtschaftliche Entwicklung. Darme war die erste Gemeinde, die mit Lingen 1968 in Verhandlungen über einen freiwilligen Zusammenschluss trat. Zusammen mit Laxten und Brockhausen wurde sie 1970 ein Lingener Ortsteil.
Quellen und Literatur:
Tenfelde, Walter: 300 Jahre Darmer Schützen zum Jubelfest, 1959.