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„1050 plus X“

Sagt euch der Name „Liinga“ noch etwas? So wurde Lingen in der Urkunde von 975 bezeichnet, wegen der die Stadt im letzten Jahr ihr 1050-jähriges Jubiläum hat feiern können. Mit diesem Liinga war in der Urkunde aber nicht die Innenstadt, sondern eine Hofstelle irgendwo in Altenlingen gemeint. Wo genau war bisher unbekannt.

Nun ist die Stadtarchäologie fündig geworden. In einer Baugrube für ein Wohnhaus beim Achteresch, am Ortrand von Altenlingen, zeigten sich auffällige Bodenverfärbungen in denen einige Keramikfragmente lagen. Stadtarchäologe Dr. Dieter Lammers untersuchte diese Fundstelle, unterstützt durch den „Bufdi“ des Emslandmuseums Lukas Dziubek vom 20. bis zum 24. April. Dabei wurden 148 archäologische Befunde auf einer Fläche von nicht ganz 360 m² dokumentiert. 24 Befunde wurden vollständig ausgegraben, die übrigen sollen unter dem Neubau erhalten bleiben.

Ganz offensichtlich wurde eine größere frühmittelalterliche Siedlung „angeschnitten“. Es ließ sich der östliche Teil von mindestens einem großen Wohn-Stall-Haus erkennen. Die zahlreichen Funde datieren vom 6./7. bis in das 10./11. Jahrhundert. Der Ursprungsort von Lingen scheint also gefunden. Und er ist noch einige Jahrhunderte älter, als die 1050 Jahre, die sich aus der Urkunde von 975 ergeben.



Artikeldatum: 3. Mai 2026
Fotos v.o.n.u.: Dr. Dieter Lammers, Dr. Dieter Lammers, Dr. Dieter Lammers