Namensrecht

 
Das deutsche Namensrecht ist großzügiger als viele denken. Insbesondere wird den Eltern sogar ausdrücklich ein Namenserfindungsrecht zugestanden. Damit die Eltern dem Kind durch die Vornamensauswahl keinen Schaden zufügen, gilt es aber einige Regeln zu beachten:
So dürfen Vornamen nicht beleidigend oder lächerlich sein und müssen das Geschlecht erkennen lassen.

Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein. Darum sind Sachbezeichnungen wie z. B. ''Telefon'' oder ''Eisenbahn'' genauso wenig gestattet wie Nachnamen. Heftig gestritten wird übrigens über Ortsbezeichnungen als Vornamen, nicht zuletzt weil es hier viele internationale Beispiele gibt.

Die gebräuchliche Kurzform eines Vornamens (Rudi, Susi) wird als selbständiger Vorname anerkannt, ein Kosename dagegen nicht.
 
Bekannte Sonderfälle:
 
  • Jungen dürfen Maria heißen, sofern sie einen weiteren, eindeutig männlichen Vornamen haben.
  • Biblische Namen mit negativer Prägung sind nicht zulässig (z. B. Kain, Judas). Umstritten ist es in Deutschland, ob Kinder Christus oder Jesus genannt werden dürfen.

Interessanterweise ist das Vornamensrecht in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Darum liegt es auch im Ermessen des Standesamtes, wie viele Namen für ein Kind zugelassen werden. Normalerweise werden aber bis zu fünf Vornamen für ein Kind problemlos eingetragen.

Gerne beraten wir Sie hinsichtlich des Namensrechtes und erteilen Auskünfte über die Zulässigkeit von Vornamen.

Auch die Gesellschaft für deutsche Sprache erteilt Auskünfte zu Herkunft, Bedeutung und Zulässigkeit von Vornamen.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A.