veröffentlicht am 06.02.2017

Zeitungschronik - Lingen vor 100 Jahren

 

Februar 1917

 
1. Februar: „Wegeinziehung bei Haneken – Die Königliche Eisenbahndirektion beabsichtigt die Einziehung des Wegeübergangs bei km 233, 782 vor dem Eingang der Hanekenbrücke im Gemeindebezirk Darme. Der Landrat.“ (LV)

1. Februar: „Auf meine im Kreisblatt am 3. ds. Mts. erscheinenden Ausführungsbestimmungen für die Enteignung der beschlagnahmten Fahrradbereifungen vom 1. ds. Mts. weise ich hin. Der Landrat.“ (LV)

3. Februar: „Wenn Englands Übermut und brutale Kraft gebrochen sind, dann kommt der Friede.“ (LV)

3. Februar: „Am 20. Dezember 1916 ist eine Bekanntmachung in Kraft getreten, durch die auch die Felle von Ziegen, Schafen und jungen Kälbern für die Heeres- und Marineverwaltung beschlagnahmt sind. Da sich viele Haushaltungen jetzt mit der Kleinviehzucht befassen, ist diese neue Vorschrift für weitere Kreise von Bedeutung.“ (LV)

4. Februar: „Abbruch der Beziehungen mit Amerika. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Gerard, hat Auftrag erhalten, die Botschaft zu schließen.“ (LV)

4. Februar: „Folgender Aufruf soll in sämtlichen Landgemeinden angeschlagen werden: An die Männer und Frauen auf dem Lande! Landarbeit ist vaterländischer Hülfsdienst. Unsere Brüder an der Front draußen und in den Fabriken daheim verlassen sich auf euch! Seid stolz darauf! Wer um wenige Groschen Mehrverdienst vom Pfluge weg zur Stadt eilt, begeht Fahnenflucht! Haltet solche Weichlinge mit Vorbild und Wort zurück!“ (LV)

6. Februar: „Unsere wiederholte Mahnung, mit den Kartoffelvorräten sparsam zu sein und die angefaulten Kartoffeln öfters auszusuchen, wird wiederholt. Es soll noch einzelne Hausfrauen geben, welche diese Mahnung unbeachtet lassen in der Meinung, sie würden von der Stadt wohl noch Kartoffeln erhalten, wenn sie ihren Vorrat verbraucht haben werden. Diese Meinung ist irrig. Der Stadt stehen keine Kartoffeln außer der von der Reichsbehörde festgesetzten Menge zur Verfügung. Wer jetzt nicht spart, muß nachher darben. (…) Der Magistrat.“ (LV)

6. Februar: „In letzter Zeit ist wiederholt beobachtet worden, daß Landwirte die ihnen zugeteilten Kriegsgefangenen ohne genügende beaufsichtigende Begleitung zum Sammellager haben zurückgehen lassen. Ich ersuche wiederholt, die dieserhalb bestehenden Bestimmungen genau zu beachten, da anderenfalls der Verpflegungszuschuß einbehalten wird.“ (LV)

7. Februar: „Der uneingeschränkte U-Bootkrieg hat begonnen: Die letzte entscheidende Phase des Weltkrieges ist damit eröffnet. (…) Der Stoß gegen England wird nun geführt.“ (LV)

7. Februar: „Wegen Betriebsschwierigkeiten werden vom 7. Februar ab Privatpakete unter Einschreibung nicht mehr angenommen. Auch ist die Auslieferung von Paketen an Kriegsgefangene in England, Portugal und Besitzungen bis auf weiteres ausgeschlossen.“ (LV)

14. Februar: „(Tauwetter) ist nun scheinbar endgültig eingetreten, nach einer Frostperiode von einer Stärke und Dauer, wie solche in Lingen seit Jahrzehnten nicht zu beobachten war. Zwar schaffte der plötzlich und stark einsetzende Frost die herrlichsten Eisbahnen von seltener Länge und Dauer. Aber er brachte uns auch die unheimliche Kohlenknappheit.“ (LW)

15. Februar: „Alle im Kreise ausgeflogenen und aufgefundenen Brieftauben sind sofort an die untergezeichneten Behörden abzuliefern. (…) Zugeflogene Brieftauben lebend zu fangen ist erwünscht. (…) Die Tauben sind vor dem Absenden zu füttern und zu tränken. (…) Der Landrat. Der Magistrat.“ (LV)

16. Februar: „Der Unterricht in den hiesigen Volksschulen und in der höheren Mädchenschule wird am Donnerstag den 22. d. Mts. wieder beginnen. Sämtliche Schüler und Schülerinnen haben sich zu der im Stundenplan für sie angesetzten Stunde pünktlich einzufinden. Der Magistrat.“ (LW)

20. Februar: „Am Samstag abend ertönte plötzlich die Brandglocke und schwarze Rauchwolken zogen schon über die Stadt hin. In der Stallung des Bauunternehmers Schmidt, Unter den Linden, war Feuer ausgebrochen, das bei den dort lagernden Vorräten von Heu und Stroh reichlich Nahrung gefunden hat. Rasche Hilfeleistung verhinderte weiteres Umsichgreifen des Feuers.“ (LV)

20. Februar: „Sämtliche Unteroffiziere und Mannschaften der Geburtsjahre 1869 bis 1898 einschließlich, die bei der letzten Musterung oder militärärztlichen Untersuchung die Entscheidung dauernd untauglich (d. u.) oder dauernd kriegsunbrauchbar (d. kr. u.) erhalten haben, haben sich sofort bei der Ortsbehörde ihres Wohnsitzes (Magistrat oder Gemeindevorsteher) unter Vorlage ihrer Militärpapiere erneut zur Stammrolle anzumelden. (…) Der Landrat.“ (LW)

Aus dem Lingener Volksboten (LV) und dem Lingenschen Wochenblatt (LW).
Die Zeitungen sind einsehbar im Stadtarchiv Lingen,
Baccumer Str. 22, 49808 Lingen (Ems).
www.stadtarchiv-lingen.de


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), Stadtarchiv Lingen