Veranstalter
Emslandmuseum Lingen Dr. Andreas Eiynck
Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
Veranstaltungsort
Emslandmuseum Lingen Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
veröffentlicht am 23.04.2019

Lingen in der NS-Zeit 1933 bis 1945

 

Noch einmal Präsentation im Emslandmuseum

 
Aufgrund zahlreicher Nachfragen wird die Präsentation „Lingen im Nationalsozialismus“ am Freitag (26.4., 16.00 u. 19.30 Uhr) im Museum in der Burgstraße erneut gezeigt. Dr. Andreas Eiynck gibt dabei einen Überblick der Jahre 1933 bis 1945. Hierzu laden der Heimatverein und das Emslandmuseum alle Interessierten ein.

Anhang zahlreicher Bilder und Dokumente beschreibt der Referent eingangs, wie die Nationalsozialisten in Lingen ohne eine Mehrheit in der Bevölkerung oder im Stadtrat dennoch die Macht übernehmen und einen NSDAP-Mann als Bürgermeister installieren konnten. Mit Tricks und Gewalt wurden politische Gegner eingeschüchtert oder ausgeschaltet. Jeder Widerstand, ja schon Widerspruch gegen das System war gefährlich und das wurde auch öffentlich so verkündet.
Eine wichtige Rolle spielte dann Mitte der 30er-Jahre die Auseinandersetzung zwischen dem NS-Staat und der katholischen Kirche unter dem aus Lingen stammenden Bischof Wilhelm Berning. Im Mittelpunkt stand dabei die sogenannten „Blockhüttenaffäre“ im Frühjahr 1935. Die Nationalsozialisten nutzen dieses Ereignis zu einem Generalangriff auf katholische Jugendgruppen, die christliche Lehrerschaft und die katholische Geistlichkeit.
Geschildert werden auch die sogenannten „Erfolgsjahre“ des Regimes, in denen sich die Wirtschaft erholte und die Arbeitslosigkeit rasch zurückging. Politische Repressionen und die Verfolgung von Gegnern nahmen auch viele Lingener damals teilnahmslos hin. Die meisten interessierten sich nicht dafür, dass dieser Aufschwung aus dem geraubten Vermögen der Juden finanziert und über die Aufrüstung Deutschlands umgesetzt wurde. Andere fürchteten Nachteile oder Verfolgung, wenn sie ihre Stimme dagegen erhoben. Jeder Widerstand wurde im Keim erstickt, während sich das Regime bei Aufmärschen, Großkundgebungen, im Glanz von Sportveranstaltungen und Olympischen Spielen sonnte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nahm die Gewalt des Systems ungehemmt zu. Aus der Judenverfolgung wurde der Holocaust, friedliche Nachbarstaaten wurden militärisch erobert, ihre Bevölkerung gewaltsam unterdrückt und ihre Wirtschaft ausgeplündert. Doch auch die deutsche Bevölkerung spürte bald die Folgen des Krieges. Immer mehr junge Männer starben an allen Fronten Europas und 1944 war Lingen das Ziel zweier verheerender Luftangriffe mit vielen Toten.
Bis zur letzten Minute lief auch im Emsland die Propaganda- und Unterdrückungsmaschinerie des NS-Staates. Die Stadt Lingen sollte bis zur letzten Patrone gehalten werden, um die Gegner an der Ems aufzuhalten. Der Kampf um die strategisch wichtige Stadt forderte viele Opfer und führte zu schweren Verwüstungen im Stadtgebiet. Anfang April 1945 rückten die alliierten Truppen in Lingen ein, die letzten verbliebenen Nazis flüchteten. Erst allmählich realisierten die Meisten, dass die Besetzung durch die Kriegsgegner die Befreiung vom Nationalsozialismus war.
Die etwa einstündige Präsentation findet am Freitag (26.4.) um 16.00 Uhr und 19.30 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Heimatvereinsmitglieder 3 Euro.
 
Datum: 26.04.2019
Uhrzeit: 16.00 Uhr und 19.30 Uhr
Eintrittspreis: 5,00 € / Heimatvereinsmitglieder 3,00 €


Hinweis
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Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A.