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Feststellung des Ergebnisses der Allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls

gemäß § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)

Die Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG, Stieghorster Str. 66, 33605 Bielefeld, plant die Errichtung eines teilunterkellerter Laborgebäudes Campus Lingen auf dem Grundstück „Kaiserstr. 21“, Gemarkung Lingen, Flur 7, Flurstück 202/4. Zu diesem Zweck besteht das Erfordernis, in einem Zeitraum von ca. 19 Wochen rechnerisch bis zu 255.000 m³ Grundwasser zu entnehmen. Vorgesehen ist, das geförderte, unbelastete Grundwasser im Anschluss in die städtische Regenwasserkanalisation einzuleiten.
Vor diesem Hintergrund beantragt die Depenbrock Partnering GmbH & Co. KG die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis gem. §§ 8, 9 und 10 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zur bauzeitlichen Grundwasserhaltung.

Gemäß § 7 Abs. 1 UVPG i. V. m. der Anlage 1 Nr. 13.3.2 ist eine allgemeine Vorprüfung des Vorhabens durchgeführt worden.

Im Rahmen dieser allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls wurde nach Maßgabe der Kriterien der Anlage 3 zum UVPG festgestellt, dass für das Vorhaben keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht.

Das Baugrundstück befindet sich östlich der „Kaiserstraße“ unmittelbar gegenüber dem Campusgebäude der Hochschule Lingen und wird derzeit als Parkplatz genutzt.

Der errechnete Grundwasserabsenkungsbereich ist in direkter Umgebung der Altstandorte „Ehemaliges Eisenbahnausbesserungswerk“, „Gaswerke Lingen“ und „Ehem. Chem. Reinigung Nieweler“ gelegen (Altlastenverzeichnis Landkreis Emsland: Anlagen-Nr. 454 032 5 901 0034, Anlagen-Nr. 454 032 5 901 0001 sowie Anlagen-Nr. 454 032 5 901 0002).

Durch ein umfassendes Grundwassermonitoring mit regelmäßiger Probenahme und Analytik wird sichergestellt, dass einer nicht gänzlich auszuschließenden Verdriftung von Restbelastungen an Schadstoffen sowie einer etwaigen Grundwasserverunreinigung in Abstimmung mit den Fachbehörden frühzeitig durch geeignete Maßnahmen entgegen gewirkt werden kann.

Insbesondere im Hinblick auf die Lage des Baugrundstückes in der Schutzzone III des Trinkwasserschutzgebietes Stroot ist somit sichergestellt, dass es durch die beantragte Grundwasserentnahme zu keiner Verschlechterung der Qualität des Grundwassers kommt, es kann sich allenfalls ein vorübergehender Einfluss auf die Förderdynamik des Wasserwerkes Stroot ergeben. Weitere besondere Schutzgebiete, die durch die Grundwasserhaltung beeinträchtigt werden bzw. die im Hinblick auf die Grundwasserhaltung Relevanz haben, sind nicht vorhanden.

Zudem ist anzumerken, dass die beantragte bauzeitliche Grundwasserhaltung lediglich temporär für die Dauer von ca. 19 Wochen betrieben wird. Nach Beendigung der Maßnahme stellen sich innerhalb kurzer Zeit die natürlichen Verhältnisse wieder ein.

Darüber hinaus werden durch Inhalts- und Nebenbestimmungen im Erlaubnisbescheid etwaige Auswirkungen vermieden bzw. so gering wie möglich gehalten (z.B. durch Vorgabe eines Grundwassermonitorings, Vorgabe von Beweissicherungsmaßnahmen, Bewässerung von Gehölzen usw.).

Im Ergebnis sind unter Berücksichtigung der Kriterien der Anlage 3 keine erheblich nachteiligen Umweltauswirkungen auf die in § 2 Abs. 1 UVPG genannten Schutzgüter (Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen den vorgenannten Schutzgütern) zu erwarten. Für das Vorhaben besteht demnach keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die Feststellung des Ergebnisses wird hiermit gemäß § 5 Abs. 2 UVPG öffentlich bekannt gemacht.

Es wird darauf hingewiesen, dass diese Feststellung nicht selbständig anfechtbar ist (§ 5 Abs. 3 UVPG).


Stadt Lingen (Ems), den 11.11.2020
Der Oberbürgermeister

In Vertretung

L.S.

gez. Schreinemacher
(Stadtbaurat)



Artikeldatum: 14. November 2020
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