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Zeitungschronik – Mai 1920

1. Mai: „Heute und morgen weilt der hochwürdige Herr Bischof Dr. Wilhelm Berning in unserer Mitte, um das hl. Sakrament der Firmung zu spenden.“ (LV)

1. Mai: „Die städtischen Kollegien beschlossen (…), die Deeter’sche Mastanstalt für 51 000 Mk. anzukaufen und durch den Maurermeister Senger für 153 750 Mk. umzubauen, sodass 8 Wohnungen geschaffen werden.“ (LV)

4. Mai: „Die erhöhten Unkosten, welche durch die Lagerung und Bearbeitung des im Nave’schen Saale lagernden für die Versorgung der städtischen Bevölkerung bestimmten Roggens verursacht werden, machen eine Erhöhung der vom Kreisausschuß (…) festgesetzten Höchstpreise für Mehl und Brot erforderlich.“ (LW)

4. Mai: „In unser Handelsregister A ist (…) bei der Firma Linus Wagner (…) eingetragen worden: Die Firma ist in Dampfgroßwäscherei Linus Wagner in Lingen, Inhaber Anton Völker, geändert. (…) Das Amtsgericht“ (LW)

5. Mai: „In Nr. 34 dieser Zeitung veröffentlichten wir eine Resolution, welche eine strenge Überwachung der Kinovorstellungen (…) forderte. (…) Der Besitzer des Lingener Lichtspielhauses (…) erklärt, daß in seinem Lichtspielhause nur einwandfreie Sachen gezeigt würden. (…) War denn das vor kurzer Zeit vorgeführte Drama: ‚Frauen, die nicht heiraten dürfen‘ auch so einwandfrei? (…) Ganz gewiß nicht. (…) Christliches Gewerkschaftskartell Lingen“ (LW)

05. Mai: „Die Städtische Bücherei und Lesehalle wurden am Sonntag durch den Vorsitzenden des Büchereiausschusses, Herrn Rektor Mohrmann, dem Verkehr übergeben.“ (LV)

8. Mai: „Für die Folge sollen die Brotmarken für die städtische Bevölkerung, wie im Kreise, in vereinfachter Form monatsweise ausgegeben werden (…) Städt. Kriegswirtschaftsamt“ (LW)

11. Mai: „Oeffentliche Plenarversammlung. (…) Die anfangs schwach besuchte Versammlung beschloß nach kurzer Aussprache, zu der auch der im Zuhörerraum anwesende Bauunternehmer G. Lühn hinzugezogen wurde, das Stövesche Grundstück, die sogenannte Kleiderkammer für 50 000 M. für die Stadt zum Wohnungsbau anzukaufen. Durch den beabsichtigten Umbau, welcher sich auf etwa 80-90 000 Mark stellen wird, werden 6 Wohnungen geschaffen.“ (LW)

11. Mai: „Lingen, 10. Mai. Gestern verschied (…) der wohl älteste Bürger unserer Stadt, Herr Geh. Baurat Meyer.  (…) Leider konnte z. B. die ‚Alte Liedertafel Lingen‘ deren Ehrenmitglied der Verblichene seit vielen Jahren schon ist, seinen in die Kriegszeit fallenden 90. Geburtstag nicht (…) begehen.“ (LW)

11. Mai: „Verschiedenen Anfragen sei an dieser Stelle mitgeteilt, daß die ‚Deutschnationale Partei‘ in Lingen noch keine Ortsgruppe hat.“ (LW)

11. Mai: „Oeffentliche Plenarversammlung. (…) Zulassung der Pressevertreter in vertrauliche Sitzungen. Ueber diesen Punkt liegt ein Differenzbeschluß vor. Die Bürgervorsteher hatten beschlossen, die hiesigen Pressevertreter zuzulassen und der Magistrat es abgelehnt. In einer Sitzung des Magistrats vom 27. vor. Monats war nun der Magistrat dem Beschlusse des B.-V.-Kollegs beigetreten. Der Vorsitzende war nun im Gegensatz zu den beiden Beschlüssen anderer Ansicht und stellte die Sache (…) nochmals zur Verhandlung. (…) Der Vorsitzende bemerkte noch, daß es ja auch Mittel gäbe, die Presse zu zwingen, die Gewährsmänner solcher in die Presse gebrachten vertraulichen Beratungen zu nennen (Also das Redaktionsgeheimnis zu verletzen! D. Schriftl.), worauf erwidert wurde, dem Zeugniszwangsverfahren weicht so schnell kein Schriftleiter. Bei der nochmaligen Abstimmung wurde der Punkt abgelehnt.“ (LW)

12. Mai: „Der hiesige ‚Wirte-Verein‘ hat beschlossen, das noch vorrätige Bier aufzubrauchen und dann Bier zu den neuen um 100% erhöhten Preisen nicht mehr zu kaufen, bis die Brauereien ihre Biere wieder zu einem annehmbaren Preise abgeben würden.“ (LV)

15. Mai: „Lingen, 13. Mai. Heute tagte (…) eine Versammlung von Vertretern der Arbeiter, Handwerker, Beamten und Heuerleute, die zu der Frage Stellung nahmen, wie man sich zur Kandidatenliste des Zentrums stellen wolle. (…) Herr Müscher beantwortete die Frage, ob diese beiden Kandidaten Eisenbahner- bezw. Arbeiterinteressen vertreten könnten, mit Ja, fügt aber hinzu: Allein mir fehlt der Glaube! (…) (Es) ergibt sich nach längerem Debattieren bei der Abstimmung, daß eine Parteineugründung abgelehnt (…) wird.“ (LV)

15. Mai: „Unsere Bürgersöhne feiern in diesem Jahre – nach 6 jähriger Pause – wieder ihr Sommerfest. Von großen Umzügen und Feiern hat der Verein der großen Kosten wegen und der Zeit entsprechend abgesehen.“ (LW)

18. Mai: „Ehem. Kivelinge werden gebeten, etwa noch vorhandene Kivelingsmützen beim Kommandeur Hermann Brümmer abzugeben, da neue Mützen heute fast nicht zu beschaffen sind.“ (LW)

20. Mai: „Da die Vermalung der lutherischen Kirche noch nicht fertiggestellt ist, findet der Gottesdienst der lutherischen Gemeinde am Pfingstfest in der reformierten Kirche statt.“ (LW)

22. Mai: „ Der Zentrumswahlverein hatte die Lingener Zentrumswähler (…) in das Gesellenhaus geladen. (…) Auch in Lingen hätten sich Abspaltungen gezeigt, da die Heuerleute, die in dem Abgeordneten Hagemann ihren Vertreter sähen, (…) glaubten, Herr Ökonomierat Pennemann werde ihre Forderungen nicht vertreten. (…) Eine weitere Abspaltung ist die auch in Lingen gegründete Christlich-soziale Volkspartei, die gegründet wurde von christlichen Gewerkschaftlern, die auch in dem Zurücktreten des Kandidaten Hagemann auf die dritte Stelle (des Wahlvorschlages) eine Zurücksetzung ihrer Interessen sahen.“ (LV)

22. Mai: „21. Mai. Der Einladung zur Gründung einer Elektrizitäts-Genossenschaft m. b. h. war am gestrigen Abend im Hotel Heeger zahlreich Folge geleistet worden. Nach längerer Debatte wurde einstimmig beschlossen, eine G. m. b. h. zu gründen und unverzüglich Schritte beim Magistrat zur Erlangung der Konzession zu unternehmen, damit noch zum Winter die Stadt mit elektrischem Licht und Kraft versehen wird. (…) In den nächsten Tagen wird eine Liste zirkulieren, in welche Interessenten sich als Mitglieder eintragen und Anleihe zeichnen können. Die Zeichner sollen Licht und Kraft pro Kilowattstunde billiger erhalten, sodaß eine Verzinsung des Anlagekapitals garantiert ist.“ (LV)

Aus dem Lingener Volksboten (LV) und dem Lingenschen Wochenblatt (LW). Die Zeitungen sind einsehbar im Stadtarchiv Lingen, Baccumer Str. 22, 49808 Lingen (Ems). www.stadtarchiv-lingen.de



Fotos v.o.n.u.: Stadtarchiv Lingen