Alter Hafen

 
 Seit Ende des Jahres 2019 sind die ersten Arbeiten am Alten Hafen zu verfolgen. In den kommenden zwei Jahren soll dort eine Bebauung entstehen, die sich sehen lassen kann: Hochwertige Architektur für Gastronomie und Wohnen, eine Freiraumgestaltung, welche den hohen Ansprüchen an den besonderen Ort genügen soll und selbstverständlich der öffentliche Zugang zum Hafen mit Aufenthaltsmöglichkeiten am Wasser. In Planung befindet sich ebenfalls eine für Lingen einzigartige Marina mit allen Vorzügen einer innenstadtnaher Hafen-Standort zu bieten vermag.
 
Städtebauliche Ziele

Bereits im Jahr 2010 hat der Rat die Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Entwicklung des Gesamtareals beschlossen. Drei Planungsbüros sollten ihre Ideen anhand eines Gestaltungs- und Entwicklungskonzeptes formulieren, von denen Bolles & Wilson aus Münster am besten überzeugen konnte.

Bebauungsplan Nr. 172 und städtebauliches Modell

Auf der Grundlage des Konzeptes von Bolles & Wilson wurde der Bebauungsplan Nr. 173, Baugebiet: „Alter Hafen“ aufgestellt, welcher im Oktober 2016 rechtskräftig wurde. Einen eindrucksvollen Blick in die zukünftige Gestaltung und bauliche Entwicklung des Areals am Alten Hafen bietet das große städtebauliche Modell im Foyer der 5. Etage des Lingener Rathauses.

Gern sind die Mitarbeiter des Fachdienstes Stadtplanung bereit, Ihnen die Entwicklung zu erklären und Hintergründe zu erläutern. Sprechen Sie uns vor Ort an oder besser: Vereinbaren Sie einen Termin. Das Modell ist frei zugänglich und kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

Aktuelle Entwicklung


Da aufgrund der historischen gewerblichen Nutzungen Bodenkontaminationen durch die Lagerung von Schüttgütern, Kraftstoffen, Heizölen sowie eine LHKW-Belastung (Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) ermittelt wurden, war es erforderlich, vor Beginn der Baumaßnahme eine umfängliche Sanierung durchzuführen. Diese wird – mit finanzieller Unterstützung der Europäische Union – im Laufe der Jahre 2018 und 2019 durchgeführt.
Ziel der Maßnahme soll die Wiederherstellung der uneingeschränkten Nutzbarkeit der betroffenen Flächen und deren Umgebung im Rahmen der raumplanerischen Konzeption des Bebauungsplans sein.

Der Bereich des Alten Hafens soll im Anschluss an die Brachflächensanierung zu einem hochwertigen, modernen Vorzeigestadtquartier, mit einem besonderen „maritimen“ Flair in unmittelbarer Nähe zum nördlich gelegenen Stadtzentrum entwickelt werden. Ein für Lingen außergewöhnliches innerstädtisches Bauprojekt, welches in den nächsten Jahren weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit stehen dürfte und den Bedarf an hochwertiger Wohnbebauung und attraktiver touristischer Nutzung sowie für eine zentrumsnahe Hotelbebauung abdeckt.

Die Stadt bekommt für die Sanierung der Brachfläche Alter Hafen eine Zuwendung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch das Förderprogramm der NBank "Brachflächenrecycling - Sanierung von verschmutzten Flächen".

Zur Geschichte

Die aufstrebende Hüttenindustrie im Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert und die damit verbundenen wirtschaftlichen Gesichtspunkte gaben den Ausschlag, die Ems schiffbarer zu machen und einen Kanal von Dortmund bis nach Emden zu bauen. Das Kanalprojekt wurde am 9. Juli 1886 genehmigt. Im Schnitt waren über 4500 Arbeiter, Handwerker, Schachtmeister und Poliere aus aller Herren Länder beim Kanalbau beschäftigt. Am 11. August 1899 konnte der Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. offiziell dem Schiffsverkehr übergeben werden. Die Gesamtstrecke des Schifffahrtsweges von Dortmund nach Emden beträgt rund 272 km.

Der Alte Hafen in Lingen ist bereits 1833 nach der Fertigstellung des Ems-Hase-Kanals zwischen Lingen und Meppen entstanden. Vor und während des 2. Weltkrieges wird der Alte Hafen insbesondere durch ein Silogebäude und das alte Packhaus aus dem Jahr 1829 geprägt, welches 1944 durch einen Fliegerangriff zerstört wird. Das Getreidesilo wurde 1939/40 für die Firma Klukkert errichtet. Das Silo und ein nach dem Krieg errichtetes flacheres Lagerhaus wurden 1996 Stück für Stück abgebrochen.

Das südlich der Lindenstraße gelegene Bett des Alten Hafens wurde während des Krieges und in der Folgezeit verfüllt und verschwand schließlich. Der nördlich der Lindenstraße verbliebene Abschnitt wurde bis in die 1950er Jahre als Hafen genutzt. Nachdem das verbleibende Hafenareal nach dem 2. Weltkrieg noch jahrzehntelang gewerblich genutzt wurde, begann man schließlich in den 90er Jahren mit der Verlagerung der Gewerbebetriebe. Zu dieser Zeit (1994) erwirbt die Stadt Lingen das Gelände. 1996 werden die letzten Lagergebäude auf der nordöstlichen Seite abgerissen.
 
 
Pressemeldungen

Pressemeldungen

Informieren Sie sich anhand der Pressemeldungen über den aktuellen Entwicklungsstand des Alten Hafens. Natürlich stehen Ihnen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung für Fragen...




Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A., o.A., Viktor Mildenberger / pixelio.de