Kinderarbeitsschutzverordnung und Jugendarbeitsschutzgesetz

 
Junge Menschen müssen geschützt werden, damit ihre Gesundheit nicht gefährdet wird und ihre Entwicklung ungestört verlaufen kann. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung schützen Kinder und Jugendliche vor Arbeit, die zu früh beginnt, die zu lange dauert, die zu schwer ist, die sie gefährdet oder die für sie ungeeignet ist. Grundsätzlich ist die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen verboten. Die KindArbSchV und das JArbSchG lassen Ausnahmen nur für kurzzeitige leichte und für Kinder geeignete Arbeiten zu.
 
Kinderarbeitsschutzverordnung (KindArbSchV)

Im Jugendarbeitsschutzgesetz sind die Regelungen enthalten, die Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren als Auszubildende oder ArbeiterInnen betreffen. Das Mindestalter für die Zulassung zur regulären Beschäftigung im Betrieb ist grundsätzlich 15 Jahre. Sind Jugendliche noch vollzeitschulpflichtig, gelten für sie die gleichen Regelungen wie für Kinder.

  • Wer darf einen Ferienjob annehmen?

    Voraussetzung ist, dass die Schüler und Schülerinnen mindestens 15 Jahre alt sind. Bis zur Vollendung der Vollzeitschulpflicht, das ist in Niedersachsen eine Schulzeit von neun Jahren in den Bereichen des Primär- und Sekundärbereichs I, muss der Ferienjob auf maximal vier Wochen im Kalenderjahr begrenzt bleiben. Insgesamt darf maximal nur an 20 Ferienjob-Tagen (es gilt die 5-Tage-Woche) gearbeitet werden. Für Schüler und Schülerinnen, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, ist die Dauer der Ferienarbeit nicht begrenzt.
     
  • Welche Arbeiten darf ich (13 Jahre) verrichten?

    Grundsätzlich ist die Beschäftigung von Kindern verboten!
    Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, sich das Taschengeld aufzubessern. Kinder ab 13 Jahren dürfen mit Einwilligung der Personensorgeberechtigten (in der Regel die Eltern) eine Reihe von Tätigkeiten ausüben, soweit die Beschäftigung für Kinder geeignet ist:

    • Tätigkeiten in Haushalt und Garten, Botengänge erledigen, Haustiere betreuen,
    • Austragen von Zeitungen und Zeitschriften,
    • Engagement im Sportverein oder in anderen gemeinnützigen Einrichtungen,
    • Babysitting, Nachhilfeunterricht geben, Einkaufen gehen (außer Einkauf von alkoholischen Getränken und Tabakwaren),
    • leichte Beschäftigungen, ausschließlich an Werktagen zwischen 8 Uhr und 18 Uhr,
    • Beschäftigung darf nicht in der Schulzeit liegen,
    • nicht mehr als zwei Stunden täglich.
Generell besteht ein Beschäftigungsverbot für Kinder und Jugendliche, wenn die Arbeit körperliche und geistige Leistungsfähigkeit übersteigt oder die Arbeit mit Gefahren (Unfall, Gefährdung der Gesundheit) verbunden ist.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie hier:
Kinderarbeitsschutzverordnung (Gesetzestext)
www.jugendschutzaktiv.de (Infos zum Jugendschutzgesetz)
www.gewerbeaufsicht.niedersachsen.de (Niedersächsische Gewerbeaufsicht)

Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)

  • Warum gibt es das JArbSchG?

    Kinder und Jugendliche befinden sich noch in der Entwicklung und sind daher weniger widerstandsfähig als Erwachsene. Daher dürfen sie bei der Arbeit nicht den gleichen Belastungen ausgesetzt werden, damit ihre Gesundheit nicht gefährdet wird.

    Es geht also darum, Kinder und Jugendliche vor Arbeit zu schützen, die zu früh beginnt, zu lange dauert, zu schwer, zu gefährlich oder ungeeignet ist. Das JArbSchG gilt für Jugendliche, die eine Ausbildung in einem Betrieb beginnen und nicht mehr vollzeitschulpflichtig sind.

Wichtige Inhalte des JArbSchG (es gibt immer auch Ausnahmen je nach Beruf):

  • Die Obergrenze bei der Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden.
  • Der Arbeitstag darf nicht länger als 8 Stunden dauern.
  • Es gilt die 5-Tage-Woche.
  • Jugendliche dürfen in der Regel nur in der Zeit von 6 Uhr bis 20 Uhr beschäftigt werden.
  • Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden muss eine 30minütige Pause eingelegt werden, bei mehr als 6 Stunden betragen die Pausen insgesamt 60 Minuten.
  • Jugendliche haben Anspruch auf Arbeitsurlaub, der sich nach dem Alter staffelt.
  • Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht muss der Jugendliche vom Arbeitgeber freigestellt werden, ebenso für die Teilnahme an Prüfungen.
  • Akkordarbeit und andere tempoabhängige Arbeiten sind für Jugendliche verboten.
  • Pflicht ist ein ärztliches Gesundheitszeugnis der Jugendlichen, um zu gewährleisten, dass sie nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, denen sie gesundheitlich oder entwicklungsmäßig nicht gewachsen sind.
  • Die Einhaltung des JArbSchG wird durch die Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Amt für Arbeitsschutz) überwacht. Verstöße können als Ordnungswidrigkeiten oder auch als Straftaten verfolgt und mit Geldbußen bis zu 15.000 Euro belegt werden.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie hier:
Jugendarbeitsschutzgesetz (Gesetzestext)
www.ms.niedersachsen.de (Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit)
www.jugendschutzaktiv.de (Infos zum Jugendschutzgesetz)
www.gewerbeaufsicht.niedersachsen.de (Niedersächsische Gewerbeaufsicht)


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), Klaus Rupp / pixelio.de, o.A.