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Veranstalter
Emslandmuseum Lingen Dr. Andreas Eiynck
Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
Veranstaltungsort
Emslandmuseum Lingen Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
veröffentlicht am 05.10.2012

Von Grenzen und Schmugglern 

 

Vortrag in der Reihe "Mittwochs im Museum"

 
Begegnung an der Grenze
Um Grenzen, Zoll und Schmuggel geht es beim nächsten „Mittwoch im Museum“ am 10. Oktober um 16.00 und um 19.30 Uhr im Emslandmuseum. Präsentiert werden spannende Berichte aus der Welt der heimlichen Grenzgänger von einst. Ihre Tricks und Schliche werden jedoch ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen. Den passenden Rahmen der Veranstaltung bildet die aktuelle Ausstellung „von Räumen und Grenzen“.

In der Zeit um 1800 führte die französische Verwaltung erstmals das „Douane-System“ mit Zöllen an den Außengrenzen und Freihandel im Binnenland ein. Leittragende dieser an sich sehr fortschrittlichen Art der Besteuerung waren die Grenzregionen, deren Wirtschaftsradius durch die neuen Zollgrenzen beschnitten wurde.

Die Reaktion der Grenzbewohner darauf war die heimliche Einfuhr von Waren an den Zollstationen vorbei – der Schmuggel oder Schleichhandel. Erste Berichte über diesen grenznahen Nebenerwerb stammen aus der Franzosenzeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals hatten Napoleons Truppen auch Deutschland besetzt und erhoben entlang der von ihnen gezogenen Grenzen hohe Zölle. Dies forderte den Schmuggel geradezu heraus. Besonders zur Zeit der Kontinentalsperre galten Vielen der Schleichhandel als eine Bürgerpflicht und Form des Widerstandes gegen die französischen Besatzer. Doch die „Commisen“, die französischen Zöllner, verstanden keinen Spaß. Bei ihren Kontrollgängen wurde scharf geschossen und Hausdurchsuchungen waren an der Tagesordnung. Beschlagnahmte Waren wurden öffentlich verbrannt und die Täter hart bestraft.

Die Schmuggler hatten jedoch die besseren Ortskenntnis. Nachts fuhren sie mit Booten über die Ems oder leiteten ihre Frachtwagen durch unbewohntes Gelände fernab der Kontrollstellen. Geöffnete Giebelluken oder weiße Bettlaken zeigten an, wo Gefahr durch die Douanebeamten drohte und wo die Luft rein war.

Später verlagerte sich der Schmuggel an die holländische Grenze, denn die neuen Zölle und Steuern führten ab 1815 zu einem ganz unterschiedlichen Preisgefüge diesseits und jenseits der Grenze. Besonders nach der Gründung des Deutschen Reiches mit seinen hohen Einfuhrzöllen nahm der Schmuggel stark zu, doch auch die Grenzkontrollen wurden kontinuierlich verstärkt. Zollstreifen entlang der Grenze und im gesamt Zollgrenzbezirk machten den Schmugglern das Leben schwer, aber immer wieder kamen sie auf neue Tricks und fanden neue Schmugglerpfade.

Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war das Schmuggeln entlang der Grenze im Emsland und der Grafschaft Bentheim eine echte Massenbewegung und für viele Familien die einzige Möglichkeit, in den Genuss von Kaffee, Tabak oder anderen Gütern zu kommen, die in Holland viel preiswerter waren. Doch auch gewerbliche Schmugglerbanden schalteten sich ein und ließen ihre Waren von ortkundigen Trägern im Ameisenverfahren über die Grenze schaffen.
Mit Romantik hatte das ganze wenig zu tun – Schmuggeln erfüllte schließlich zu allen Zeiten den Tatbestand der Steuerhinterziehung. Die Grenzbewohner sahen das zwar anders, aber manche Schmugglertour endete mit tödlichem Ausgang. Und hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen waren an der Tagesordnung. Auch über diese Schattenseiten des Schmugglerwesens wird bei der Veranstaltung anschaulich berichtet.

Wegen der Umbauarbeiten im Museum findet die Veranstaltung diesmal in den benachbarten Räumen der früheren Buchhandlung van Acken (Burgstraße 30) statt. Beginn ist um 16.00 Uhr bzw. um 19.30 Uhr.
 
Voranmeldung ist nicht erforderlich.
 
Datum: 10.10.2012
Uhrzeit: 16.00 und 19.30 Uhr
Eintrittspreis: 5,00 € / 3,00 € Heimatvereinsmitglieder


Hinweis
  • Bitte achten Sie darauf, dass der Veranstaltungszeitraum in der Vergangenheit liegt.
    Aktuelle Termine finden Sie in unserer Veanstaltungssuche!


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A., Emslandmuseum