Veranstalter
Emslandmuseum Lingen Dr. Andreas Eiynck
Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
Veranstaltungsort
Emslandmuseum Lingen Burgstraße 28 b
49808 Lingen (Ems)
Tel. 0591 47601
veröffentlicht am 11.04.2019

Lingen im Nationalsozialismus

 

13 Jahre unter dem Hakenkreuz

 
Wegen des großen Besucherinteresses und aufgrund vieler Nachfragen wird die Präsentation „Lingen im Nationalsozialismus“ am Dienstag (16.4., 16 u. 19.30 Uhr) im Museum in der Burgstraße erneuert gezeigt. Dabei erläutert Dr. Andreas Eiynck in einer Übersicht die Zeit der NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945. Hierzu laden der Heimatverein und das Emslandmuseum alle Interessierten ein.

Der Referent beschreibt zunächst, wie die Nationalsozialisten auch im Emsland an die Macht gelangten, obwohl sie hier nie eine Mehrheit hatten. In kürzester Zeit konnten sie nach dem damaligen Führerprinzip ihre Position so stark ausbauen, dass jeder Widerstand, ja sogar Widerspruch gegen das System gefährlich wurde. Vor Gewalt gegen ihre Gegner schreckten sie dabei nicht zurück.
Es folgten dann die sogenannten „Erfolgsjahre“ des Regimes, in denen sich die Wirtschaft erholte und die Arbeitslosigkeit rasch zurückging. Politische Repressionen und die Verfolgung von Gegnern nahmen auch viele Lingener damals teilnahmslos hin. Die meisten interessierten sich nicht dafür, dass dieser Aufschwung aus dem geraubten Vermögen der Juden finanziert und über die Aufrüstung Deutschlands umgesetzt wurde. Andere fürchteten Nachteile oder Verfolgung, wenn sie ihre Stimme dagegen erhoben. Jeder Widerstand wurde im Keim erstickt, während sich das Regime bei Aufmärschen, Großkundgebungen, im Glanz von Sportveranstaltungen und Olympischen Spielen sonnte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nahm die Gewalt des Systems ungehemmt zu. Aus der Judenverfolgung wurde der Holocaust, friedliche Nachbarstaaten wurden militärisch erobert, ihre Bevölkerung gewaltsam unterdrückt und ihre Wirtschaft ausgeplündert. Doch auch die deutsche Bevölkerung spürte bald die Folgen des Krieges. Immer mehr junge Männer starben an allen Fronten Europas und 1944 war Lingen das Ziel zweier verheerender Luftangriffe mit vielen Toten.
Bis zur letzten Minute lief auch im Emsland die Propaganda- und Unterdrückungsmaschinerie des NS-Staates. Die Stadt Lingen sollte bis zur letzten Patrone gehalten werden, um die Gegner an der Ems aufzuhalten. Der Kampf um die strategisch wichtige Stadt forderte viele Opfer und führte zu schweren Verwüstungen im Stadtgebiet. Anfang April 1945 rückten die alliierten Truppen in Lingen ein, die letzten verbliebenen Nazis flüchteten. Erst allmählich realisierten die Meisten, dass die Besetzung durch die Kriegsgegner die Befreiung vom Nationalsozialismus war.
Die etwa einstündige Präsentation am Dienstag (16.4.) um 16 Uhr und 19.30 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Heimatvereinsmitglieder 3 Euro.
 
Datum: 16.04.2019
Uhrzeit: 16.00 Uhr und 19.30 Uhr
Eintrittspreis: 5,00 € / Heimatvereinsmitglieder 3,00 €


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A.