veröffentlicht am 12.03.2019

Jahresrückblick der Stadtbibliothek Lingen und Ausblick auf 2019

 

Erstmals über 230 Veranstaltungen

 
Die Stadtbibliothek Lingen blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück, aber auch auf ein Jahr der Veränderungen. „Die Bibliothek hat sich von einer reinen Präsenzbibliothek zu einem Ort der Begegnung gewandelt“, erklärt Lingens Kulturdezernentin Monika Schwegmann. Auch Josef Lüken, Leiter der Stadtbibliothek, bestätigt den Wandel und freut sich über die vielfältigen Aktivitäten zur Leseförderung.

Neuheiten im Sortiment der Stadtbibliothek

Der Wandel zeigte sich auch im letzten Jahr. Es gibt viele neue, digitale Angebote für Jung und Alt, wie zum Beispiel seit Oktober die Tigerbook-App, die durch den Landkreis Emsland gefördert wurde. Die kostenlose App bietet einen umfangreichen Pool an Geschichten, die an Bilderbücher und Kinderromane angelehnt sind. Diese können dann zuhause oder unterwegs auf dem Smartphone oder dem Tablet über die Tigerbook-App gelesen werden. Außerdem gibt es zusätzliche Animationen zu den Geschichten, es können Geschichten automatisch vorgelesen oder Rätsel gelöst werden. Ein Zugang zu der App ist über einen gültigen Büchereiausweis möglich. Die App ist kindergerecht und bietet keine Kaufmöglichkeiten.

Zudem sind seit Februar Spiele für die Nintendo-Switch-Konsole Teil des Angebots der Stadtbibliothek. „Wir haben uns aufgrund der hohen Nachfrage dazu entschieden und wollen damit außerdem die Leseaktivität für Kinder und Jugendliche attraktiv machen“, begründet Simone Knocke, stellvertretende Bibliotheksleiterin, die Entscheidung. „Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger wandeln sich und die Digitalisierung ist auch in den Bibliotheken angekommen“, ergänzt Schwegmann. Neu im Sortiment sind zudem die sogenannten Tonies. Das sind Figuren, die man auf die Toniebox stellen kann und die dann ihre Geschichte erzählen. „Sie bieten nicht nur einen akustischen, sondern auch einen haptischen Reiz für Kinder und sind deshalb sehr beliebt“, erklärt Lüken.
„Unsere Regale sind im letzten Jahr leerer geworden. Wir haben viele alte Sachen aussortiert und können die verbliebenen Medien dadurch besser präsentieren“, stellt der Bibliotheksleiter fest. Der Eingangsbereich sei dadurch offener geworden und die Bibliothek wirke einladender.

Veranstaltungsrekord

Im vergangenen Jahr wurden erstmals etwa 230 Veranstaltung zur Leseförderung durchgeführt, wie zum Beispiel der Krimiabend mit Jürgen Banscherus, Bilderbücher kunterbunt, das Bilderbuchkino oder der Bücherbabytreff. „Das Vorlesen ist die Mutter des Lesens, das Lesen ist eine immer wichtiger werdende Schlüsseltechnik“, betont Lüken die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen. „Auch, wenn wir den Leseknick bei Jugendlichen nicht verhindern können, möchten wir das Lesen bis dahin fördern.“ Schwegmann erhofft sich davon, dass diejenigen, die möglichst früh an die Bücher herangeführt werden, später wiederkommen.

Onleihe immer beliebter

Insgesamt seien die physischen Ausleihzahlen gesunken, die Onleihe sei hingegen gestiegen. „Auf der Onleihe-Plattform NBib24 wurden 2018 die 1.000.000 Ausleihen im Verbund geknackt“, sagt Lüken. NBib24 ist ein Onleihe-Verbund mit mittlerweile 132 beteiligten Bibliotheken.

Ausblick 2019

Eine wesentliche Änderung in 2019 ist der bereits erfolgte Umstieg auf ein anderes Verbuchungssystem. Die Medien werden dadurch nicht mehr von den Mitarbeitern erfasst, sondern sind mit einem Funk-Chip ausgestattet. Dadurch kann sich der Kunde einfach ein Buch nehmen und es auf ein Selbstverbuchungsterminal legen. Ein Scanner erkennt den Chip und verbucht es nach Einscannen des Büchereiausweises automatisch auf das Konto des Kunden. Bei der Rückgabe des Buches stellt der Kunde das Buch in ein sogenanntes Bookshelve. Das ist ein intelligentes Regal, welches den eingeklebten Chip erkennt und das Buch automatisch von dem Kundenkonto wieder als ausleihbereit verbucht.

Außerdem soll die Seniorenarbeit weiter ausgebaut werden. „Das ist allerdings ein schwieriger Bereich. Es fängt ja schon damit an, ab wann jemand ein Senior ist“, erklärt Knocke. Man müsse dabei mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen. Weiterhin sollen aufgrund der steigenden Nachfrage im Frühjahr wieder Gesellschaftsspiele im Sortiment erscheinen. Im Sommer wird zudem der 13. Julius-Club eröffnet und im November findet wieder die Kinderbuchwoche statt. „Wir wollen auf jeden Fall weiterhin auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingehen und mit der Zeit gehen“, erklärt Schwegmann abschließend.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A.