veröffentlicht am 19.04.2012

Barrierefreies Lingen

 

Viele Maßnahmen für eine barrierefreie Innenstadt bereits umgesetzt

 
Weiterhin am Ball bleiben will die Stadt Lingen, was das Thema „Barrierefreiheit“ angeht. „Durch das Projekt „Barrierefreie Innenstadt“ konnten bereits viele Mängel aufgewiesen und beseitigt werden“, sagte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone in einem ersten Resümee. Doch die Belange mobilitätseingeschränkter Personen und behinderter Menschen müssen auch weiterhin im Bewusstsein bleiben, darin sind sich alle Beteiligten des Projektes in der Stadtverwaltung einig. „Gerade angesichts des demografischen Wandels dürfen wir das Thema Barrierefreiheit nicht aus den Augen verlieren“, betonte Krone.

Das Projekt „Barrierefreie Innenstadt“ war im letzten Sommer mit einer Befragung von Passanten gestartet. Zur Zielgruppe zählten Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren oder einem Gehstock und auch Passanten mit Kleinkindern, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen schoben oder aber auf dem Arm trugen. Durch die Befragung wurde ein erstes Meinungsbild ermittelt. In einem zweiten Schritt machten sich Vertreter der Stadtverwaltung und des Lingener Vereins Wirtschaft & Tourismus gemeinsam mit Betroffenen auf den Weg durch die Innenstadt. „Auf diese Weise konnten wir Schwachstellen und Probleme direkt vor Ort ausfindig machen und in Augenschein nehmen“, so Krone. Darüber hinaus wagten Vertreter der Verwaltung auch einen Selbstversuch und suchten – ausgestattet mit einem so genannten Alterssimulationsanzug – ihren Weg durch die Innenstadt.

„Der Rundgang durch Lingen zusammen mit Menschen mit eingeschränkter Geh- und Sehkraft, mit Müttern mit Kinderwagen und Kleinkindern sowie mit Senioren offenbarte viele Schwachstellen, die teilweise auch bereits behoben wurden“, erklärte der Oberbürgermeister. So wurden Straßenschilder angehoben, der Stillraum im Rathaus schöner gestaltet oder auch einige Behindertenparkplätze verbreitert. Die Stadtverwaltung führte zudem bereits viele Gespräche, unter anderem mit Vertretern der Bahn oder der Verkehrsgemeinschaft Süd. Danach wurden am Bahnhof zum Beispiel für Sehbehinderte Richtungsweiser in Brailleschrift am Treppengeländer zum Bahnsteig 2 angebracht. Des Weiteren wurden taktile Beläge (ertastbare Pflasterungen) für Straßenquerungen im Bahnhofsvorplatzbereich eingebaut. Dadurch ist es für Sehbehinderte und Blinde möglich, mit Hilfe eines Blindenstocks zu ertasten, wo der Gehweg endet und die Straße beginnt.

„Im Zuge des derzeitigen Ausbaus der Marienstraße werden viele weitere Maßnahmen im Sinne einer barrierefreien Innenstadt erfolgen“, blickte Krone in die Zukunft. Auch auf der Homepage der Stadt Lingen wird das Thema „Barrierefreiheit“ künftig aufgegriffen. Ab sofort steht unter der Rubrik „Menschen in Lingen“ ein Online-Stadtplan von Lingen zur Verfügung, in dem sämtliche Behindertenparkplätze und behindertengerechte Toiletten in der Innenstadt verzeichnet sind. Dieser Online-Stadtplan wird zudem ab Mitte Mai auch in gedruckter Form erhältlich sein.

Das Projekt „Barrierefreie Innenstadt“ wird Lingen auch weiterhin beschäftigen. Zwei Aspekte wurden durch den bisherigen Verlauf des Projektes bereits deutlich: Barrierefreiheit ist ein langfristiges Thema, für das Menschen immer wieder sensibilisiert werden müssen. Zudem wächst die Zahl der betroffenen Personen angesichts des demografischen Wandels. „Ziel kann es deshalb nur sein, gleichwertige Lebensbedingungen für alle Bewohner und Gäste herbeizuführen“, sagte Oberbürgermeister Krone abschließend.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A.