veröffentlicht am 10.07.2017

"Walk and talk" bringt Lingen in Bewegung

 

VHS Lingen nimmt Teil an internationalem Lernprojekt

 
Unter dem Motto „Walk and Talk“ erstellt die VHS Lingen im Rahmen des Erasmus+ -Programms der EU mit Partnern aus mehreren europäischen Ländern neue Lernprogramme und Vermittlungsformen für die Generation 65-plus. Dabei werden Lernen und Spazierengehen zu einem situativen Lernansatz mit viel Bewegung an frischer Luft kombiniert. Eine Lernform, die übrigens nicht nur für Senioren interessant ist.

Das Projekt „Walk and Talk“ wurde in einem aufwendigen Bewertungsverfahren von der EU unter zahlreichen Anträgen für gut befunden und für die finanzielle Förderung ausgewählt. Mit dabei sind die Universität Iasi in Rumänien, das Archivo della Memoria in Rom, ein Bildungsinstitut im spanischen Castellón, das staatliche Bildungsinstitut „Pro Educa“ in Tschechien, der Dachverband burgenländischer Beratungsstellen aus Österreich und die Volkshochschule Sastamala in Finnland. Auf einer Fachtagung in Rom stellte Ingrid Kawlowski von der VHS Lingen die Grundzüge und den Zeitplan des ehrgeizigen Projektes vor, das vom bildungspsychologischen Institut der Alexandru-Universität in Iase (Rumänien) begleitet wird. Hierzu werden Interviews mit Senioren in allen teilnehmenden Ländern durchgeführt und statistisch ausgewertet. Außerdem findet eine begleitende Evaluation aller Projektschritte statt. „Es ist eine hohe Anerkennung für die VHS-Lingen, dass wir als Projektleitung für dieses europäische Bildungsprojekt ausgewählt wurden“ freut sich Ingrid Kawlowski, die auf dem Gebiet europäischer Lernprogramme schon viel Erfahrung hat.

Im Herbst dieses Jahres startet in Lingen ein Pilotkurs, in dem die ersten Methoden und Materialien erprobt werden sollen. Einer der örtlichen Kooperationspartner ist dabei auch das Lingener Emslandmuseum. Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck und Sini-Marie Lepistö, die Leiterin der VHS im finnischen Sastamala, entwickeln derzeit eine Lerneinheit, bei der die Teilnehmer bei einem Spaziergang alte Stadtbilder der heutigen Situation vor Ort gegenüberstellen. Dabei erfahren und dokumentieren sie nicht nur eine Menge über die Entwicklung ihrer Stadt, sondern erlernen gleichzeitig auch den Umgang mit Smartphone und Kamera sowie das Posten von Bildern und Texten in den sozialen Netzwerken.

„Wir sind uns sicher, dass diese Thematik nicht nur in Finnland und Deutschland viele Senioren interessieren wird“ berichtet der Lingener Museumsleiter. "Gerade die örtlichen Museen bieten hierzu mit ihren Fotosammlungen und Bilderbeständen leichte Einstiegsmöglichkeiten.“ Senioren sind in den Museen aller europäischen Länder eine wichtige Besuchergruppe. Viele möchten sich mit ihren spezifischen Kenntnissen gerne auch aktiv in die Museumsarbeit einbringen. "Walk and Talk" bietet hierzu eine neue Möglichkeit.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), VHS Lingen