veröffentlicht am 22.01.2016

7. Unternehmensforum des IndustrieParks Lingen

 

Energiewende kann gelingen

 
„Ich sehe gute Chancen für das Emsland, dass Energiewende hier gelingen kann.“ Diese These vertrat der niedersächsische Ministerpräsident, Stephan Weil, auf dem 7. Unternehmensforum im IT-Zentrum Lingen. Knapp 200 Teilnehmer waren der Einladung des IndustriePark Lingen gefolgt.
 
Neben Stephan Weil referierten und diskutierten an diesem Nachmittag Oberbürgermeister Dieter Krone, Landrat Reinhard Winter, Stefan Engelshove von der Siemens AG und Dr. Jürgen Haag, der Leiter des Kernkraftwerkstandorts Lingen. Ihr Thema „Lingen und seine Zukunft als Energiestandort“.
 
Die Energiewende gleiche einem Marathonlauf, sagte Stephan Weil zu Beginn seiner Rede. Deutschland brauche noch einen langen Atem. Trotzdem müssen man sich das
eigentliche Ziel immer wieder vor Augen führen: Eine Volkswirtschaft, die auf Erneuerbaren Energien beruhe. Die Vorteile seien klar: Die Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne seien unerschöpflich, sehr wirtschaftlich, machten Deutschland unabhängig von fossilen Erzeugern und zugleich werde durch den Ausbau dieser Energieformen die Technologieführerschaft in vielen Segmenten nachhaltig gefördert. Er betonte aber auch, dass es einige Fehlentwicklungen der Energiewende gebe.
 
„Ausgerechnet Gas ist derzeit der Verlierer – das ist schlecht und falsch“, so der Ministerpräsident. „Als Gesetzgeber müssen wir den Raum für Kohle begrenzen und eine vitale Gaswirtschaft am Leben halten, denn wir werden das Gas noch lange brauchen.“ Zudem stelle Weil die Bedeutung der Energieeffizienz heraus. „Deren Erforschung ist der schlafende Riese der Energiewende“, so der Ministerpräsident aus Niedersachsen. Durch die dezentrale Struktur der Energiewende böten sich viele Möglichkeiten gerade für den ländlichen Raum und für Niedersachsen insgesamt. „Die Industrie folgt der Energie“, so Weil. Das sei eine große Chance für das Land.
 
Stefan Engelshove von der Siemens AG stellte in seinem Referat ebenfalls die Bedeutung der dezentralen Energieversorgung heraus. Habe es 1990 noch 500 vor allem große Stromerzeuger gegeben, so sei die Zahl bis 2014 auf 2,5 Millionen Stromerzeuger angestiegen. Für ein solides Last- und damit Energiemanagement müsse der Verbrauch der Stromerzeugung folgen und nicht umgekehrt. Für den Standort Lingen seien damit ein Energiepark mit einer optimierten Energieversorgung, dezentralen Anlagen für die Energiegewinnung und Erzeugung sowie Energiemanagement als ein Schwerpunkt in Verbindung mit der IT-Solution und somit Digitalisierung der Arbeitsfelder denkbar.
 
Landrat Reinhard Winter betonte, dass in Lingen und Umgebung bereits heute 7.000 Menschen für die Energiewirtschaft tätig sind. Der Landkreis Emsland erzeuge mittlerweile bereits 116 Prozent seines Bruttoendverbrauchs für Energie selbst. Eine Folge des Ausbaus der Windenergie seien die Stromtrassen, die viele Spannungsfelder böten. „Zwar wollen wir Wachstum, aber nicht um jeden Preis: Wir wollen die Bevölkerung schützen“, betonte Landrat Winter.
 
Auch Oberbürgermeister Dieter Krone hob hervor, dass Lingen die Technik, die Ideen und die Rohstoffe biete, damit Energiewende gelingen könne. „Lingen könnte eine Schlüsselrolle spielen“, so der Oberbürgermeister. „Wir wollen dabei sein.“


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), o.A., o.A., o.A., o.A.