veröffentlicht am 16.02.2016

Archäologische Gruppe Lingen leistet vorbildliche Arbeit


Zu einem Arbeitsgespräch zu Fragen der Bodendenkmalpflege in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim besuchten jetzt Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries und Prof. Dr. Salvator Ortisi vom Historischen Seminar der Universität Osnabrück die Archäologische Gruppe Lingen. Im Mittelpunkt des Gedankenaustausches im Emslandmuseum standen Berichte über die jeweiligen Themen- und Arbeitsschwerpunkte sowie Planungen für die zukünftige Zusammenarbeit.
   
Unter den fachkundigen Teilnehmern konnte Ralf Kopprasch als derzeitiger Sprecher der Gruppe auch den Gründer der Lingener Archäologen, Herrn Manfred Buschhaus, begrüßen. Er hatte als Vorstandsmitglied des Heimatvereins und Beauftragter für die Bodendenkmalpflege der Stadt Lingen vor über 30 Jahren die Idee, die Lingener Hobbyarchäologen in einer Gruppe zu organisierten. Was die Lingener Forscher in den vergangenen Jahren alles entdeckt und zusammengetragen haben, ließ Benno Sager mit einer eindrucksvoll Präsentation in Text und Bild Revue passieren.
  
Gerne ließen sich die Forscher aus Lingen und Umgebung anschließend von der Bezirksarchäologin noch einmal das große Lob bestätigen, das Landesdenkmalpflege Henning Hassmann der Gruppe anlässlich ihres 30jährigen Bestehens ausgesprochen hatte: die Lingener Archäologische Gruppe ist eine der erfolgreichsten und wirkungsvollsten Vereinigungen dieser Art in ganz Niedersachsen.
 
Aktuelle Themen waren neue römische Funde im Emsland, Genehmigungen für Sondengänger und Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl von Prof. Ortisi an der Universität Osnabrück. Angesprochen wurden auch die Verfahrensweisen bei der Meldung und Beobachtung von Erdarbeiten auf archäologischen Fundstätten, die allerdings nach Aussage von Frau Dr. Fries in den Kommunen und Landkreisen sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Dies schlage sich letztlich auch in der Fundsituation und den Forschungsergebnissen nieder.
 
Viele wichtige, teilweise spektakuläre Funde in der Region gehen nach Einschätzung der Bezirksarchäologin auf die systematische Suchtätigkeit der engagierten Laienforscher der Archäologischen Gruppe Lingen zurück. Prof. Ortisi zeigte sich beeindruckt insbesondere von den Funden aus der Römerzeit, die auch seinen Forschungsschwerpunkt bilden. Beide Experten luden die Mitglieder der Gruppe ein, als Gäste an ihren Ausgrabungen, Geländebegehungen und Prospektionen teilzunehmen. Angeregt wurden ferner gemeinsame Untersuchungen zu römerzeitlichen Verkehrswegen und Siedlungen im Gebiet an Ems und Vechte.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), Emslandmuseum